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Gemeinderat Schwalbach
Gemeinderat verabschiedet Grubenwasser-Resolution

Schwalbach. Von Johannes A. Bodwing Von Johannes Bodwing

Das Trinkwasser könnte in Gefahr sein, die Häuser der Bevölkerung und die Infrastruktur der Gemeinden. Aber noch immer ist das öffentliche Interesse am Thema Grubenwasser äußerst dürftig. Das zeigte am Donnerstagabend auch die Sitzung des Gemeinderates. Etwa eine Handvoll Zuhörer verfolgte die Entscheidung des Rates. „Lange Zeit ist die Thematik an mir vorbeigegangen“, sagte eine Frau, „auch an anderen Bürgern.“ Sie sei seit 20 Jahren in Schwalbach und habe auch ein Haus. Jetzt „wollte ich zuhören, wie sich die Gemeinde dazu stellt“.



Schon im Mai 2015 habe Schwalbach eine Resolution gegen den Grubenwasseranstieg beschlossen, sagte Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer. „Die Grundforderung ist eigentlich ganz einfach. Sie lautet, dass die Gemeinde Schwalbach die Anhebung auf 320 Meter ablehnt.“ Das ist die Tiefe, bis zu der die RAG das so genannte Grubenwasser ansteigen lassen will. Langfristig soll es im Raum Ensdorf an der Oberfläche austreten und in die Saar geleitet werden.

„Wir wollten nicht nur Mitläufer sein“, sagte Neumeyer, „sondern unsere eigene Position darstellen“. Deshalb werde ein Rechtsanwalt die Schwalbacher Forderungen beim Oberbergamt einreichen.

„Wir nehmen ihre Sorgen und Ängste ernst“, versicherte Bernd Schweitzer von der CDU-Fraktion. Denn die Gutachter seien sich uneins bei ihren Einschätzungen zu möglichen Schäden. Ganz gleich, ob es um Bewegungen im Untergrund gehe, oder um Hebungen an der Erdoberfläche. Es müsse dafür gesorgt werden, „dass keinerlei Erschütterungen mehr auftreten“, sagte Schweitzer. Und es sei klar, „dass die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung ein hohes Gut darstellt. Wir sprechen hier von Gefahren für Eigentum, Umwelt und Leib“.

Das Verhalten der RAG kritisierte Dietmar Bonner, Vorsitzender der Linken. „An der Ruhr ist das schon anders gelöst, die Pumpen laufen weiter. Wir sind anscheinend der RAG nicht so viel wert, es bleibt letztlich eine Geldfrage.“ „Es besteht ein gewisses Restrisiko“, merkte Ralf Frank für die SPD-Fraktion an. Es sei nicht auszuschließen, „dass eine Gefahr für unser Trinkwasser besteht“.



„Es muss weiter gepumpt werden“, betonte FWG-Chef Hans-Georg Abel. Die RAG habe eine „Bringschuld“ gegenüber dem Saarland, sie habe über Jahre hinweg mit der saarländischen Förderung Ausfälle in der Ruhrregion ausgeglichen.

Die einstimmig verabschiedeten Forderungen der Gemeinde umfassen unter anderen die Einrichtung ausreichend dichter Messnetze für den Austritt von Naturgas sowie Erschütterungen. Außerdem eine Umkehr der Beweislast für Schäden. Und PCB-haltige Abfälle auf der 14. Sohle des Bergwerkes Ensdorf dürften nicht in die Biosphäre gelangen.