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Ärger über Vandalismus an der Mariengrotte

Mit Gewalt hat jemand versucht, an die Kasse zu kommen. Das ärgert (von links) Gerhard Schwinn, Gerhard Hinke, Edi Heckmann und Ernst Maaß.
Mit Gewalt hat jemand versucht, an die Kasse zu kommen. Das ärgert (von links) Gerhard Schwinn, Gerhard Hinke, Edi Heckmann und Ernst Maaß. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin
Schwarzenholz. Das Mariengrotte-Team bemerkt seit Monaten Diebstähle. Auch die Weihnachtskrippe wurde gestohlen. Von Carolin Merkel

„Ich wünsche mir, dass endlich der Vandalismus aufhört. An dem Ort, wo viele Menschen Trost und Kraft finden, sollte das doch möglich sein“, erklärt Anni Philippi verzweifelt. Sie ist Mitglied des Mariengrotte-Teams in Schwarzenholz und hat sich an die Saarbrücker Zeitung gewandt.


Schon seit Herbst stellen sie und ihre Mitstreiter eine deutliche Zunahme von Vandalismus, aber auch Diebstählen an der Mariengrotte fest. Die liegt etwas außerhalb der Wohnbebauung in der Verlängerung der Humesstraße im Saarwellinger Ortsteil. Und, das bestätigen die Helfer aus dem Team, die Grotte ist das ganze Jahr über sehr gut besucht. „Viele Besucher bringen uns Blumenspenden, die wir dann schön arrangieren“, erzählt Gertrud Heckmann aus dem Team.

Doch nicht nur Menschen, die Ruhe suchen oder sich bei der Gottesmutter bedanken wollen, kommen zu dem heimeligen Ort. „Leider machen manche Besucher mittlerweile vor gar nichts mehr Halt“, sagt Philippi.

Der aktuelle Anlass, warum sie sich an die Öffentlichkeit wendet, ist der Diebstahl der Weihnachtskrippe. „Vergangenen Mittwoch habe ich noch überlegt, sie mitzunehmen. Doch ich wollte sie über den Dreikönigstag stehenlassen“, erzählt Philippi. Und am Samstag, weiß sie zu berichten, war die Krippe samt den Figuren auch noch auf dem Altar.

Als Gertrud Heckmann allerdings am Sonntag an der Grotte ankam, bemerkte sie sofort das Fehlen. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man mit so etwas glücklich wird. Diebesgut stellt man sich doch nicht zu Hause hin und hat Freude daran“, erklärt Philippi. Es war ihr persönliches Eigentum, um das sie trauert und sie kann es immer noch nicht fassen.



Ähnlich ging es den Männern im Team, als sie Ende Oktober den Schaden am Opferstock bemerkten. „Da hat jemand mit roher Gewalt versucht, an die Kasse zu kommen“, erzählt Edi Heckmann. Neben dem Metallbügel, den die Täter anscheinend mit einem Hammer bearbeitet haben, versuchten sie auch die Steine über der Kasse abzutragen. Entstanden ist dabei ein recht hoher Schaden.

An das Geld, betont Heckmann, sind sie nicht gekommen. „Wobei es sich auch nicht lohnen würde. Die Kasse wird jeden Tag geleert, da ist immer nur ein geringer Betrag drin“, sagt Gerhard Schwinn. Er ist für die Kerzen und den Opferstock zuständig. Auch er weiß ein Lied davon zu singen, was ihm die Freude an der Arbeit nimmt. „An einem Tag haben mal 35 Kerzen, an einem anderen sogar 50 Kerzen gefehlt. Ich habe gleich in die Kasse geschaut, aber da war kein Geld“, erzählt er. Was jemand mit so vielen Kerzen anfängt, ist ihm schleierhaft.

Jeden Mittwoch trifft sich das Team, hält die Anlage sauber, dekoriert. „Die Mutter Gottes kann ja nichts dafür, dass hier geklaut und randaliert wird“, betont Anni Philippi. Und doch ist sie an diesem Mittwoch ganz besonders sauer. „Sehen sie, hier haben wir einen schönen Blumenstock eingepflanzt und schon ist er geklaut“, zeigt sie auf ein Loch in einer großen Schale.

Gestohlen wird alles, angefangen von einzelnen Pflanzen bis hin zu ganzen Gefäßen. Ein trauriger Tag war auch der Tag nach Maria Himmelfahrt. „Da wurde ein ganz schönes Porzellanschiffchen mit Kräutern einfach gestohlen“, sagt sie. Jedesmal, erklärt Philippi, erstatten sie Anzeige, passiert ist bisher nichts.

Als Unbekannte sich an der Steinabdeckung der Kasse zu schaffen machten, haben Anwohner das gehört und die Polizei gerufen. Doch die kam leider zu spät.

Die neueste Entdeckung: Selbst vor einzelnen Pflanzen machen die Diebe nicht halt. Das können (von links) Anni Philippi, Gertrud Heckmann und Martina Martin nicht fassen.
Die neueste Entdeckung: Selbst vor einzelnen Pflanzen machen die Diebe nicht halt. Das können (von links) Anni Philippi, Gertrud Heckmann und Martina Martin nicht fassen. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin