Bergmann und KommunalpolitikerBonner will Ortskerne erhalten

Bergmann und KommunalpolitikerBonner will Ortskerne erhalten

Schwalbach. Dietmar Bonner von den Linken ist einer der vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Schwalbach. Er ist 58 Jahre alt und arbeitete 40 Jahre lang im saarländischen Bergbau. Seit vier Jahren ist er Mitglied und Vorsitzender der Linken, war zuvor Gründungsmitglied der Freien Wähler und im Orts- und Gemeinderat vertreten

Schwalbach. Dietmar Bonner von den Linken ist einer der vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Schwalbach. Er ist 58 Jahre alt und arbeitete 40 Jahre lang im saarländischen Bergbau. Seit vier Jahren ist er Mitglied und Vorsitzender der Linken, war zuvor Gründungsmitglied der Freien Wähler und im Orts- und Gemeinderat vertreten. Bonner war sieben Jahre lang Beigeordneter der Gemeinde, davon fünf Jahre erster Beigeordneter. In dieser Zeit hatte er die Arbeitsabläufe in der Verwaltung und den Räten kennen gelernt. Dietmar Bonner ist seit 34 Jahren verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne. Er arbeitete zehn Jahre lang als Elektriker im saarländischen Bergbau, ab 1980 dann als erster Fördermaschinist, bis er 2006 aus den Diensten der DSK ausschied. Während seiner beruflichen Laufbahn war er Mitglied im Betriebsrat des Bergwerks Saar, engagierte sich zudem im Vorstand der Angestellten-Betriebsgruppe der Gruppe Ensdorf. In die Kommunalpolitik stieg Bonner 1989 mit der Gründung der Freien Wählergemeinschaft ein. Von 1994 bis 2004 war er für seine Partei im Orts- und Gemeinderat vertreten. Mit den Linken schaffte er dann wieder 2009 den Sprung in den Gemeinderat. Zu seinen Hobbys zählt der Schwalbacher Fußball, Wandern und Joggen. Wann immer es geht, ist Schäferhund "Lady" mit von der Partie, täglich dreht Bonner mit "Lady" seine Runden. Sein Lieblingsplatz in der Gemeinde liegt im Ortsteil Elm. Es ist die kleine Dankkapelle am Hermesberg, ein Ort, der für Bonner Ruhe und Besinnung ausstrahlt. Dorthin kommt der Kommunalpolitiker, wenn er für einen Augenblick die Hektik und den Lärm des Alltags vergessen will. Bei seinen Wanderungen sonntags führt ihn der Weg oft am Hermesberg vorbei. Sehen Sie in der Gemeinde Schwalbach noch Potenzial in der Ansiedlung von Gewerbe und oder Industrie? Wenn ja, wo und welcher Gewerbe- oder Industriezweig?Dietmar Bonner: Ansiedlung von Industrie und sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen wird uns durch eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik in unserer Gemeinde gelingen. Ziel muss es sein, dass die Gemeinde ihren Eigenbedarf an Energie aus erneuerbaren Energiequellen mittelfristig selbst decken kann, zum Beispiel mit einem kleinen, dezentralen Kraftwerk am Neyschacht. Bei der Müllentsorgung muss nach neuen Wegen und Partnern gesucht werden. Hier können auch Arbeitsplätze geschaffen werden, von denen die Beschäftigten ihren Lebensunterhalt bestreiten können.Mit Blick auf die kommunale Finanzlage, wo sehen Sie Einsparungen und auf welche Investitionen sollte die Gemeinde auf keinen Fall verzichten?Bonner: Energie wird durch unsere Abhängigkeit von politisch unberechenbaren Staaten immer teurer. Deshalb muss in diesem Bereich durch die Gemeinde in Form von Energie-Sparmaßnahmen gegengesteuert werden. Diese könnten wie folgt aussehen: Wärmedämmung an gemeindeeigenen Gebäuden, erneuern von alten Heizanlagen, installieren von Solar- und Photovoltaikanlagen. Durch konsequentes Betreiben von Insourcing können teure Aufträge an Fremdfirmen reduziert werden. Dadurch Erhalt und Sicherung von gemeindeeigenen Arbeitsplätzen und Senkung von Haushaltskosten der Gemeinde. Bei Kindergärten, Schulen, Vereinen, die aktive Jugendarbeit betreiben, sollte nicht gespart werden. Investitionen in Kinder sind Investitionen in die Zukunft.Nennen Sie drei Ihrer Ziele:Bonner: Die Einführung eines Sozialpasses, der es Menschen mit niedrigem Einkommen ermöglicht, Freizeit, Unterhaltungs- und Kultureinrichtungen der Gemeinde zu nutzen. Das Aussterben unserer Ortskerne muss verhindert werden. Fördern des Miteinanders der Generationen, deshalb brauchen wir bezahlbaren Wohnraum und Bauland, damit Schwalbach attraktiv und lebenswert für junge und ältere Bürger bleibt.

Auf einen BlickVier Bewerber treten bei der Schwalbacher Bürgermeisterwahl am Sonntag, 27. September, an. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion von SZ und SR am Montag, 14. September, um 19 Uhr im Gemeindesaalbau Schwalbach werden die Kandidaten Rede und Antwort stehen. hth

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