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Kino Bous, Schmelz, Saarlouis, Lebach muss wegen Corona schließen

Kino-Schließung wegen Corona : „Wirtschaftlich eine Katastrophe für uns“

Die fünf Kinos im Kreis Saarlouis müssen schließen und leiden unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Schon in den letzten Tagen gab es strenge Auflagen und sehr geringe Nachfrage.

Das Corona-Virus bringt das öffentliche Leben mehr und mehr zum Stillstand. Ab Mittwoch dürfen auch Kinos und andere Freizeiteinrichtungen nicht mehr öffnen. Schon in den vergangenen Tagen litten die Kino-Betreiber unter strengen Auflagen der Landesregierung und einer deutlich gesunkenen Besucherzahl. Für die Kino-Betreiber im Kreis Saarlouis hat das erhebliche Einbußen zur Folge.

In der Capitol Movie World Saarlouis, im City-Filmstudio Lebach, in den Thalia Lichtspielen Bous, der Gloria Filmbühne Schmelz und den Schmelzer Lichtspielen lief zuletzt noch das „normale“ Filmprogramm, jedoch unter Auflagen des Gesundheitsministeriums: Etwa einen Sicherheitsabstand zwischen Zuschauern einhalten.

„Es ist wirtschaftlich eine Katastrophe für uns“, sagen Margit Müller, die Gesellschafterin der Schmelzer Lichtspiele, und Peter Haas übereinstimmend. Der Seniorchef der Haas Filmbetriebs GmbH, die vier Kinos im Saarland, darunter die Movie World Saarlouis und das City-Filmstudio Lebach betreibt, betont: „Lange darf das nicht dauern“. Er könne zwar noch von der Substanz zehren, aber angesichts „gravierender Einbußen müssen wir sonst auf das Angebot billiger Kredite zurückgreifen.“

Am Wochenende kamen gerade mal „80 bis 100 Besucher pro Tag“ in das Saarlouiser Kino, sonst sei es im Schnitt das Zehnfache. Auch im City-Filmstudio Lebach sowie den Schmelzer Lichtspielen bleiben etwa 90 Prozent der Gäste weg. Bei dem schönen Wetter am Sonntag „haben wir nachmittags für drei Leute gespielt“, berichtet Margit Müller. Sie habe „gar kein Problem, die Auflagen einzuhalten, aber die Leute haben Angst, bleiben weg“.

Erst geringe Nachfrage, nun die völlige Schließung: „Auf Dauer halten wir das nicht durch“, befürchtet Müller. Ebenso wie Peter Haas hat sie schon am Wochenende damit gerechnet, dass alle Kinos schließen müssen. Die schwierige Situation trifft alle: „Auch wir hatten nur ganz wenige Besucher am Wochenende“, berichtete Peter Rico, Filmvorführer in den Thalia Lichtspielen Bous.

Zunächst habe sich das Thalia Bous, wie andere Kinos, an die strengen Auflagen angepasst. Um Engpässe im Foyer zu vermeiden, wurde für Ticketkäufe sowie Getränke und Snacks nur eine Kasse im Thekenbereich geöffnet, Warteschlangen mussten vermieden werden. Die Sitzplatzkapazität wurde reduziert, das Bistro im Bouser Kino blieb geöffnet.

„Momentan weiterhin geöffnet“, hieß es am Sonntag noch auf der Internet-Präsenz der Schmelzer Lichtspiele. Doch in Zeiten von Corona ändern sich die Dinge nahezu im Stundentakt. Im Bouser Kino wie in der Gloria Filmbühne Schmelz wurden 50 Prozent weniger Tickets verkauft als sonst. Im Gloria wurden die Sitzplätze in den einzelnen Reihen versetzt angeordnet, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Nun ist das alles Makulatur, ab sofort bleiben neben vielen anderen auch die Kinos geschlossen.