Toaster am Straßenrand

Hülzweiler. Wer am Samstagvormittag zum Einkaufen unterwegs war, hat sie an vielen Straßenrändern entdeckt: die fleißigen Helfer der Picobello-Aktion. Auch die zahlreichen blauen Müllsäcke, die gemeinsam mit größeren Müllstücken auf ihre Abfuhr warteten, waren kaum zu übersehen

Hülzweiler. Wer am Samstagvormittag zum Einkaufen unterwegs war, hat sie an vielen Straßenrändern entdeckt: die fleißigen Helfer der Picobello-Aktion. Auch die zahlreichen blauen Müllsäcke, die gemeinsam mit größeren Müllstücken auf ihre Abfuhr warteten, waren kaum zu übersehen. Seit vielen Jahren wird im Saarland Anfang März zur Saubermach-Aktion in der Natur eingeladen und Schulen, Vereine, aber auch Einzelpersonen beteiligen sich an der Aufräumaktion, die in diesem Jahr erstmals vom Entsorgungsverband Saar (EVS) organisiert wurde.Stellvertretend für die vielen Gruppen, die sich an Picobello beteiligt haben, hat sich SZ-Mitarbeiterin Carolin Grell mit einigen Ortsratsmitgliedern in Hülzweiler auf den Weg gemacht. Und weit mussten die fünf Herren, bewaffnet mit Greifzangen, Müllsäcken und Handschuhen nicht gehen, um fündig zu werden. Knapp eine halbe Stunde und 200 Meter entlang der Straße Richtung Saarwellingen genügten, um fünf Müllsäcke zu füllen. "Hauptsächlich finden wir die klassischen Fast-Food-Abfälle, viel Plastik und Pappe am Straßenrand", erklärt Volker Artis. Die Zahl der Pfandflaschen sei zurückgegangen, dafür gebe es viele Glasflaschen ohne Pfand, weiß der Naturschutzbeauftragte Edgar Theobald aus Erfahrung. "Ganz besonders die kleinen Schnapsflaschen liegen überall in riesigen Mengen herum", berichtet er. Mit überall meint Theobald auch den renaturierten Bachlauf in Hülzweiler, den er in Eigeninitiative mehrfach im Jahr vom Müll befreit. Neben dem üblichen Müll werden die Herren am Samstag von einer ganzen Kiste mit Sperrmüll überrascht. Sogar ein Katzenkorb war drin", wundert sich Ortsvorsteher Ernst-Peter Hirschmann. Ein Stück weiter entdecken sie einen alten Toaster. Für Hirschmann ist die Lage deutlich schlechter geworden, seitdem die Sperrmüllabfuhr abgeschafft wurde. "Die Leute sind nicht in der Lage, ihre Sachen zum Wertstoffhof zu bringen. Dabei haben sie das Zeug doch schon im Auto und werfen es dann einfach in die Natur", ärgert er sich. Verärgert ist Edgar Theobald darüber, dass seit Jahren "immer ein- und dieselben mitmachen. Von anderen Leuten werden wir sogar belächelt", sagt er. Einig sind sich die Müllsammler darüber, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis der Straßengraben wieder voller Abfälle ist. "Und das muss einfach nicht sein", bekennen sie gemeinsam ihr Unverständnis.