Mit der Harfe in eine andere Welt

Ensdorf. Mit weit über einer Milliarde Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde. China ist eine Weltwirtschaftsmacht. Die Sprache zu beherrschen, eröffnet neue Horizonte. Und junge Menschen wie Fabia Weiland aus Ensdorf sehen darin höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Ensdorf. Mit weit über einer Milliarde Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde. China ist eine Weltwirtschaftsmacht. Die Sprache zu beherrschen, eröffnet neue Horizonte. Und junge Menschen wie Fabia Weiland aus Ensdorf sehen darin höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Zwar weiß die 14-Jährige noch nicht, was sie später einmal machen will, aber die chinesische Sprache zu erlernen "schadet ja nicht". Ohnehin interessiert sie sich für Fremdsprachen.Und was Fabias Hobby betrifft, das ist auch alles andere als gewöhnlich. Sie spielt nämlich Harfe und das bereits seit ihrem siebten Lebensjahr.

Fabia Weiland besucht die neunte Klasse des Max-Planck-Gymnasiums in Saarlouis. Neben Englisch als Hauptfach wählte sie Französisch als zweite Fremdsprache. Fabia gehört zu den ersten Schülern des Max-Planck, die sich mit dem Zertifikat der University of Cambridge ESOL-Examinations schmücken darf, eine Zusatzqualifikation, die sie sich mit Schülern aus ihrer Klasse in einer Schularbeitsgemeinschaft angeeignet hat. Zwei Fremdsprachen reichten der 14-Jährigen aber nicht. "Ich finde es gut, wenn man für die Zukunft die chinesische Sprache beherrscht", sagt sie. Und seit Mitte letzten Jahres nimmt sie das Angebot der Landeszentralen Arbeitsgemeinschaften in selten unterrichteten Sprachen - eine Kooperation zwischen Bildungsministerium und der Universität des Saarlandes - an. "Chinesisch ist alleine durch die Schrift eine ganz andere Welt", schwärmt Fabia Weiland.

In eine andere Welt taucht die Jugendliche ein, wenn sie zu ihrem Musikinstrument greift. Vier Jahre sei Fabia alt gewesen, als sie sich von den Klängen einer Harfe begeistern ließ, erklärte ihre Mutter, Sylvia Weiland. Und diese Begeisterung ließ sie sich nicht mehr nehmen. Am 2. Dezember 2004, im Alter von sieben Jahren, hatte Fabia bei Maria Szarvas in Püttlingen ihre erste Harfenstunde. "Nach der Probenstunde gab es kein Zurück mehr", erinnert sich die Mutter. Als Fabia wenig später ihre erste Harfe bekam, spielte sie sich gleich am ersten Tag die Finger wund - im wahrsten Sinne des Wortes. Mittlerweile lässt sie sich von der Musikstudentin Clara Dicke unterrichten. "Zu keiner Phase in den vergangenen sieben Jahren wurde mir das Instrument langweilig", sagt Fabia. Morgens, kurz bevor sie zur Schule muss, spielt sie Harfe - für die 14-Jährige eine entspannte Art, den Tag zu beginnen.

Zwar sieht man Fabia Weiland in der Öffentlichkeit bei Einzelauftritten, zuletzt während einer Kunstaktion von Mike Mathes, dem Aidsgottesdienst in der Evangelischen Kirche Saarlouis oder der Partnerschaftsfeier in Saarwellingen. Aber im Orchester spielt die junge Ensdorferin bisher noch nicht. Das würde sie jedoch gerne tun. "Harfenistinnen werden aber selten gesucht", sagt sie.

Die 14-jährige Fabia Weiland aus Ensdorf spielt Harfe. Foto: Heike Theobald

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