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Virtuelles Mehrgenerationenhaus: Ältere Menschen auch virtuell verbinden

Virtuelles Mehrgenerationenhaus : Ältere Menschen auch virtuell verbinden

Der Vereinsamung älterer Menschen vorzubeugen, ist Ziel eines virtuellen Mehrgenerationenhauses. Per Internet sollen dabei Kontakte gepflegt werden.

Früher waren es persönliche Begegnungen, heute soll Technik die zwischenmenschlichen Kontakte aufrecht halten. Dafür startete am Donnerstag in Saarwellingen ein „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“. „Wir wollen die Menschen virtuell zusammenbringen“, sagte der Staatssekretär des Sozialministeriums, Stephan Kolling, im „Haus der Generationen“. Die Generationen lebten heute vielfach nicht mehr unter einem Dach. Deshalb sei zu klären: Was können wir tun, damit man nicht vereinsamt?

Eine Möglichkeit sei das „Virtuelle Mehrgenerationenhaus“, stellte Uwe Conradt dar, Direktor der Landesmedienanstalt, LMS. Jetzt startete das fünfte dieser Art im Saarland. 2016 begann dieses Projekt, mit Gruppen zu je 15 Personen. Die bekommen Tablets gestellt, mit denen sie die Kommunikation untereinander aufbauen. „Das kann über WhatsApp gehen oder über E-Mail“, sagte Conradt. Was sich entwickle, hänge von den Vorlieben der Gruppe ab.

Mit vier Gruppen begann das Projekt Mitte vergangenen Jahres. „Eine Weltpremiere“, sagte Conradt. 2017 kommen zwei weitere Gruppen hinzu. Insgesamt betragen die Investitionen nun 53 000 Euro. Die erste neue Gruppe ist in Saarwellingen. Dort sind es aufgrund des hohen Interesses 17 Personen, die am Donnerstagnachmittag ihre Tablets überreicht bekamen. „Das regt hier drin was an“, sagte Wolfgang Wagner, ein Teilnehmer aus Eppelborn, und tippte sich an die Stirn. Neues lernen und mit anderen in Kontakt bleiben ist für ihn die Motivation. Das Internet nutzt Wagner bereits, „aber ein Tablet hatte ich noch nicht“. Mit dem handlichen Computer „geht Kommunikation schneller, da muss man nicht erst groß was einschalten“.

Das LMS hatte die Gemeinde Saarwellingen angeschrieben, sagte Bürgermeister Manfred Schwinn. Dann habe man sich 2016 beworben, um „die Chancen zu nutzen“. Die Teilnehmer des Projektes werden von drei jungen Leuten begleitet, erläuterte Schwinn. Die sind fit bei Fragen zu Internet und Computer. Das „Haus der Generationen“ in Saarwellingen hat ein eigenes Internetcafé. Dort findet für die neue Gruppe einen Monat lang jede Woche ein Kurs statt, sagte Conrad. Dabei geht es um Grundlagen der Internetnutzung.

Dem folgen monatliche Workshops. Themen sind beispielsweise Datensicherheit, Suchmaschinen, Bildbearbeitung und die Möglichkeiten, mit anderen Menschen zu kommunizieren. Saarwellingen hat nun das erste „Virtuelle Mehrgenerationenhaus“ im Kreis Saarlouis. Am 21. September folgt Schwalbach.