Ein versöhnlicher Abschied

Beim Abschied vom eigenen Publikum zeigten sich die Basketballer der Saarlouis Royals noch mal von ihrer besten Seite. Im letzten Heimspiel der 2. Bundesliga Pro B besiegte der Absteiger die TG Würzburg II mit 98:80 und sorgte für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss.

Auf der Anzeigetafel in der Saarlouiser Stadtgartenhalle ticken am Samstag die letzten Sekunden ereignislos herunter. Die Partie zwischen den Basketballern der Saarlouis Royals und der TG Würzburg II ist längst entschieden. Auf der Tribüne haben sich die etwa 200 Zuschauer von ihren Sitzen erhoben. Sie applaudieren ihrem Team und bedanken sich für einen überzeugenden Auftritt im letzten Heimspiel der 2. Bundesliga Pro B Süd.

Es ist ein Tag, der eine sportlich bescheidene Saison zumindest etwas versöhnlicher gestaltet. Gerade für die Besucher, die bei den Heimauftritten des Absteigers so oft enttäuscht wurden. Am Samstag ist das endlich wieder anders: Die Royals besiegen Würzburg überraschend klar mit 98:80 (52:32) und beenden damit ihre schwarze Serie von zuletzt elf Niederlagen am Stück.

Schon zur Pause herrschte unter den Zuschauern beste Laune: "Einfach nur genießen", sagt Royals-Fan Marco Oliveri, der als Stammbesucher in dieser Saison so oft leiden musste. Die Mannschaft sei seiner Meinung nach nie so richtig in der Liga angekommen. "Schade, dass sie relativ häufig knapp verloren haben. Ich bin zwar nicht von den Playoffs ausgegangen, aber hätte da schon etwas mehr erwartet", räumt der 32-Jährige ein.

"In den entscheidenden Spielen haben sie einfach schlecht gespielt. Heute war das mutig und couragiert. Ich bedauere, dass die Saison nicht von vorne beginnt", meint Theo Petry aus Saarlouis , der das in die Saisonkarte investierte Geld dennoch als gut angelegt empfand: "Mir gefällt es einfach, guten Basketball zu schauen. Das Niveau in dieser Liga ist fantastisch, man hat hier tolle Spieler sehen können", sagt er.

Leider zu selten auf Royals-Seite. Doch auch bei den Saarlouiser Akteuren kehrt an diesem Abend das Lachen zurück. "Wir hatten viele negative Erlebnisse. Von daher wollten wir unbedingt noch mal zeigen, was wir können", sagt Kapitän Ricky Easterling, nachdem er zuvor mit dem kompletten Team noch mal für ein Gruppenbild posiert hat.

Es sind die Abschiedsfotos in Sachen Pro B. Ob es auch eines für den Saarlouiser Kapitän war? "Ich habe andere Angebote", räumt Easterling ein. "Ich liebe Saarlouis , aber ich muss genau darüber nachdenken, was ich mache", erklärt der 32-Jährige, der seit 2007 die prägende Figur bei den Royals ist.

Fans hoffen, dass Easterling bleibt

Die Fans würden ihn vermissen: "Es lohnt sich alleine, den überragenden Ricky Easterling zu sehen", sagt etwa Oliveri. Und Curtis Chappell, der seit zwei Jahrzehnten die Saarlouiser Auftritte verfolgt, ergänzt: "Er ist ein Spieler, den du nicht aus dem Spiel nehmen kannst. Es wäre schön, wenn er bleibt." Doch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Für Oliveri, Petry und Chappell steht dagegen fest: Sie werden das Team auch in der Regionalliga unterstützen.

Die Punkte der Saarlouis Royals : Jimmy Lauter 23, Ricky Easterling 21, Danny Rodriguez 15, Brennan McElroy 12, Edgar Schwarz 9, Hari Mujkanovic, Frank Snow je 8, Vilius Sermokas 2.