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Die wahre Botschaft hinter Weihnachten

Die wahre Botschaft hinter Weihnachten

Fast 90 Besucher sind zur Heiligabend-Aktion des Vereins Kleeblatt-Saar erschienen. Im Vereinshaus Fraulautern hatten einsame Menschen eine Möglichkeit, Weihnachten nicht alleine feiern zu müssen.

Nach der alljährlichen Hektik am Vormittag setzt sich traditionell spätestens gegen 14 Uhr am Heiligen Abend immer mehr die Ruhe auf den Straßen durch. Ganz anders dagegen am Mittwochnachmittag am und im Vereinshaus Fraulautern . Alle Parkplätze sind belegt, und im großen Saal herrscht reges Treiben.

Mittendrin Barbara Mohr, Ideengeberin der Heiligabend-Aktion für den Kreis Saarlouis. Aufgeregt fragt sie am Eingang nach, wie viele Gäste sich schon auf der Liste eingetragen haben. "Knapp 30", antwortet eine der fast 100 Helferinnen, "doch die Oase hat sich mit zahlreichen Gästen angekündigt, die kommen etwas später", fügt sie hinzu.

Beginn war zögerlich

Anfangs kommen die Besucher der Premiere tatsächlich recht zögerlich, am Ende des Nachmittags kann sich Barbara Mohr zusammen mit Anne Nanninga, der Vorsitzenden des Vereins Kleeblatt-Saar, Veranstalter der Aktion, dann doch über fast 90 Besucher freuen.

Zwei davon sind Uwe und Giselle Schneider. "Ich habe am Saarlouiser Bahnhof das Plakat gesehen und zu meiner Mutter gesagt, da können wir doch, bevor wir allein zu Hause sitzen, zusammen hingehen", erzählt Sohn Uwe. Er wohnt in Saarbrücken, kennt den gemeinsamen Heiligabend aus dem E-Werk, wo seit vielen Jahren die beiden Kirchen zum Zusammensein am 24. Dezember einladen.

"Ich habe früher beim Landkreis gearbeitet, in einer Schule sauber gemacht. Jetzt bin ich in Rente", erzählt Giselle Schneider aus Dillingen. Sie erklärt, dass sie sich am Anfang ein bisschen geschämt hätte, "doch die geben sich hier alle so viel Mühe, wenn die Veranstaltung nächstes Jahr wieder stattfindet, werde ich einen Kuchen mitbringen."

Überwindung gekostet hat der Besuch auch Marlene Rübsam aus Fraulautern . Sie wohnt nicht weit vom Vereinshaus weg, "und ich bin sehr froh, dass ich jetzt hier bin", betont sie. In den vergangenen Jahren habe sie den Heiligabend allein verbracht, "klar, man bringt das auch allein über die Bühne, schlimmstenfalls mit der Decke über dem Kopf", sagt sie.

Geld ist ein Problem

 Gut besucht war die Premiere der Heiligabend-Aktion im Vereinshaus in Fraulautern.
Gut besucht war die Premiere der Heiligabend-Aktion im Vereinshaus in Fraulautern.
 Mama Giselle und Sohn Uwe Schneider waren der Einladung gerne gefolgt.
Mama Giselle und Sohn Uwe Schneider waren der Einladung gerne gefolgt.
 Anne Nanninga war überwältigt von Helfern und Besuchern bei der Premiere.
Anne Nanninga war überwältigt von Helfern und Besuchern bei der Premiere.
 Die Initiatoren waren an Heiligabend bestens gelaunt, die Premiere ist geglückt. Fotos: Carolin Merkel
Die Initiatoren waren an Heiligabend bestens gelaunt, die Premiere ist geglückt. Fotos: Carolin Merkel

Neben der Einsamkeit drücken bei ihr auch die Geldsorgen, "ein Restaurantbesuch oder gar ein Musical, das kann ich mir niemals leisten", sagt sie. Und sie greift gerne zu bei Kaffee und Kuchen , später auch bei Gulasch und Knödeln, spendet begeistert Applaus für das Unterhaltungsprogramm. Dabei verzaubert unter anderem Maxim Maurice das Publikum.

Helfer und Gäste sind gleichermaßen längst in Weihnachtsstimmung . "Es war mir ein Bedürfnis, hier und heute zu helfen, es gibt so viele Menschen, die nicht so leben können wie ich", erklärt Barbara Klein aus Überherrn. Und Pina D'Angelo aus Dillingen sagt: "Daheim ist alles vorbereitet, und es ist doch schön, dass hier heute so viele helfen."

Das findet auch der Schirmherr, Landrat Patrik Lauer , der zusammen mit mehreren Bürgermeistern aus dem Kreis Saarlouis die Veranstaltung besucht. "Barbara Mohr hat mich von der Idee überzeugt, die Resonanz ist riesig. Heute lassen die vielen Helfer ihr Herz sprechen, opfern Zeit für andere, das ist die Botschaft, die hinter Weihnachten steckt", sagt er.

Glücklich und zufrieden ist am Ende auch Barbara Mohr. "Es war toll, wie viele mitgeholfen haben, am Ende hatten wir doch viele Gäste. Ich bin überzeugt, das spricht sich herum, und wir können im nächsten Jahr noch mehr Menschen einen schönen Heiligen Abend bescheren." Ein spontaner Dank kam übrigens von einer Besucherin, die auf die Bühne stieg und ein Weihnachtslied anstimmte.