Hier lebt der Sport

Rehlingen. Eine dicke fast schwarze Eisenkugel liegt ganz unten in einem Glasschrank des Hauses der Leichtathletik. "Mit diesem Hammer wurden Weltrekorde geworfen", sagt der Sportler Nicholas Frank "Das war beim Pfingstsportfest 1975", erklärt etwas später der neue Vorsitzende des Leichtathletik Clubs Rehlingen, Thomas Klein

Rehlingen. Eine dicke fast schwarze Eisenkugel liegt ganz unten in einem Glasschrank des Hauses der Leichtathletik. "Mit diesem Hammer wurden Weltrekorde geworfen", sagt der Sportler Nicholas Frank "Das war beim Pfingstsportfest 1975", erklärt etwas später der neue Vorsitzende des Leichtathletik Clubs Rehlingen, Thomas Klein. Damals schaffte der für Turnverein Germania Trier startende Karl-Hans Riehm sechs Würfe hintereinander über die vormalige Weltrekordweite von 76,66 Metern hinaus.Aber Spitzenleistungen liefern in Rehlingen nicht nur die sportlichen Gäste. Aktuell wurde Vereinsmitglied Gabi Célette am vergangenen Sonntag Deutsche Senioren-Meisterin im Halb-Marathon. Am 19. Mai tritt sie beim Triathlon auf Lanzarote an. "Dann kann ich nach Hawaii", hofft sie auf ein gutes Abschneiden.

2008 wurde das Haus der Leichtathletik direkt am Bungertstadion eröffnet. Dort verbessern Sportler in hellen Räumen mit großen Fenstern ihre Kraft und Beweglichkeit. So wie die junge Speerwerferin Simone Plewig. Sie setzt zum Wurf an, ihr Körper biegt sich, dann hält Karl John im entscheidenden Moment ihre rechte Hand fest. "Beim Speerwerfen wirft der ganze Körper mit", sagt John, ehemals einer der besten deutschen Speerwerfer. Das müsse man spüren, von den Füßen bis in die Arme. John schaffte in besten Zeiten um die 80 Meter, Plewig wurde inzwischen mit 43 Metern Zweite der U18 bei den Deutschen Meisterschaft; Vereinskollege Johannes Rauch brachte es mit 60 Metern zum Süddeutschen Meister der M15. "Wenn man von innen nicht brennt", sagt John aus Erfahrung, "macht auch das beste Training keinen Sinn."

Seit 20 Jahren ist Raphael Schäfer dabei. Schon als Elfjähriger rannte er über den Platz, später lag er über die 3000 Meter Hindernis nur zwei Sekunden unter der Qualifizierungszeit für Olympia. Heute ist Sport vor allem Ausgleich zum Beruf. "Rehlingen ist was Besonderes", schwärmt Schäfer. "Das ist vor allem auch das Familiäre im Verein." Auf der Tartanbahn steht Thomas Klein und trainiert eine Vierergruppe. Klein war als Jugendlicher selbst aktiver Läufer, vor allem Mittelstrecke über 800 Meter. Eine neue Herausforderung sei das nun als Vorsitzender des LC Rehlingen.

Nicht nur weil sein Onkel und Vorgänger Ludwin Klein die Messlatte sehr hoch gelegt hat - der LC Rehlingen war beispielsweise erfolgreichster Verein im Saarland. Rund 1100 Mitglieder seien es derzeit, darunter etwa 200 Aktive. Etwa drei Viertel aus Rehlingen und dem näheren Umfeld, andere von Ensdorf, Beckingen bis Losheim. "Da muss man die Kontakte pflegen, damit der Zusammenhalt nicht verloren geht", sagt Klein. Hinter ihm trainiert Stella Clemens, 15. 2011 räumte sie alle 14 Saarlandmeister-Titel ihrer Klasse ab. In Cottbus lief sie kürzlich deutschen Rekord, und sie ist jüngste Teilnehmerin im Bundeskader Diskus. "Ich will bei den Deutschen Meisterschaften meinen Titel verteidigen", meint Clemens zur Motivation. Dafür trainiert sie fast jeden Tag.

Im Gymnastikraum trainiert Robert Meurer die Beweglichkeit von Sprintern des LC Rehlingen, während draußen Läufer durchs im Bungertstadion rennen. Foto: az.

Doch nicht nur für Spitzensportler mit Ambitionen fürs Siegertreppchen stehe der LC Rehlingen, betont Thomas Klein. "Es geht vor allem um Bewegung und Gesundheit. Um Breitensport."