Schwindelfrei von Baum zu Baum

Sportler und Kletterfans werden künftig wohl öfter nach Siersburg kommen. Denn hier eröffnet der Hochseilgarten Rope-Elite. Auf vier Parcours können Schwindelfreie von Baum zu Baum klettern. Das Projekt hat Peter Glaesner beinahe im Alleingang umgesetzt.

Siersburg. Oft ist Peter Glaesner aus Bous über die Landstraßen gefahren und hat links und rechts in die Saarlouiser Wälder geschielt. Er suchte den perfekten Wald. In Siersburg fand er ihn dann, "ein richtiger Märchenwald", sagt der 30-Jährige schwärmerisch. Er träumte davon, seinen eigenen Hochseilgarten zu betreiben. Dafür legte er selbst Hand an, schreinerte Bretter, Hängebrücken, montierte Stahlseile. Ein befreundeter Schreiner baute ihm die Baumpodeste. Aber das ehrgeizige Vorhaben neben seinem Wirtschaftingenieurs-Studium in Saarbrücken beinahe im Alleingang umzusetzen, war nicht einfach: "Es gab oft Zeiten, in denen ich dachte, jetzt schmeiße ich alles hin." Aber für den Endspurt konnte er sich und seine Freunde wieder motivieren.Am Samstag wurde die inoffizielle Eröffnung des Parks gefeiert. Herausgekommen ist ein Hochseilgarten mit bis zu zwölf Meter hohen Plattformen, vier Parcours mit über 20 Stationen samt einer Brücke à la Indiana Jones und eine stolze Gewissheit: "Rund 97 Prozent von dem, was hier steht und hängt, habe ich selbst gemacht." Das Geld hat er zum Teil selbst aufgebracht, zum Teil ein Darlehen aufgenommen. "Davon hätte man sich eine Eigentumswohnung kaufen können", sagt er. Vor etwa drei Jahren hatte Glasner seine Idee bei der Gemeinde Rehlingen-Siersburg vorgestellt und war auf positive Resonanz gestoßen. Gemeindeförster Ralf Schmitt half dabei, das - für Mensch und Natur - geeignete Stück Wald zu finden. Als geeignet stellte sich schließlich der Wald am Siersburger Ortsausgang heraus. "Der Baumbestand muss stabil und noch ein paar Jahrzehnte vom Hiebalter entfernt sein", erklärt Schmitt. Ein Jahr lang wurde untersucht, ob ein Hochseilgarten hier nicht vielleicht Flora und Fauna stört. Aber Schmitt kann berichten: "Das Gutachten kam zu dem Schluss, dass der Hochseilgarten die Natur nicht beeinträchtigt". Damit das auch so bleibt, wurden etwa die Podeste um die Baumstämme in Zangenbauweise montiert: Die Buchen können ungehindert wachsen, weil die Podeste sie nicht eng umschließen, sondern manuell verstellbar sind. Nur ein Grund, warum Bürgermeister Martin Silvanus (SPD) den Standort für optimal hält: "Es gibt keinen Nutzungskonflikt, außerdem ist der Hochseilgarten direkt über die Landstraße angeschlossen." Finanziell habe die Gemeinde dazu nichts beigesteuert, allein den Waldweg und die noch geplante Straßenlaterne für den Parkplatz finanziert sie, wie Silvanus erklärt.

Um die Sicherheit der Kletterfans in den Bäumen sollen sich insgesamt zwölf ausgebildete Trainer kümmern. Zudem wird der Hochseilgarten in den kommenden Tagen noch komplett vom Tüv geprüft. Den Segen vom Siersburger und Niedaltdorfer Pfarrer Ingo Flach, der am Samstag die Einsegnung vornahm, hat er bereits.

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Auf einen Blick

Der Hochseilgarten Rope-Elite öffnet für das Publikum am Samstag, 21. April, und befindet sich am Ortsausgang von Siersburg, Richtung Niedaltdorf. Geöffnet ist er an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien. In der Woche sind Termine für Gruppen nach Absprache beim Betreiber Peter Glaesner unter Tel. (01 70) 2 70 85 05 möglich. Drei Stunden kosten pro Erwachsenen 20 Euro, Jugendliche zahlen 15 Euro, Kinder unter zwölf acht Euro. sop

Peter Glaesner vor einem Parcours seines Hochseilgartens. Foto: Hartmann Jenal.

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