Kirche will Heizkosten sparen

Die Werktagsmessen in Bilsdorf finden künftig in neu gestaltetem Raum statt.

Die katholische Kirchengemeinde Bilsdorf hat sich etwas Besonderes einfallen lassen, um Energiekosten zu sparen. Werktagsmessen finden in dem zirka 1150 Einwohner zählenden Primstalort ab sofort im Pfarrheim statt und nicht mehr wie bisher in der Kirche Herz-Jesu. Dies bestätigte Pastor Manfred Plunien anlässlich eines Pressetermins, bei dem der neue Raum für Messfeiern im Pfarrheim vorgestellt wurde. Bereits vor Monaten hatte der Kirchengemeinderat die energiesparende Maßnahme einstimmig beschlossen. Zu der Werktagsmesse seien zuletzt nur noch zehn bis 15 Gläubige gekommen, bedauerte Pastor Plunien. "Da nur noch wenige Pfarrangehörige die Werktagsmesse an Dienstagen besuchen, macht es einfach keinen Sinn mehr, die Eucharistiefeier in der großen Kirche zu feiern", erläuterte der Pfarrer. Gerade im Winter müsse das Kircheninnere für die Zeit des Gottesdienstes hochgeheizt werden, was wegen der wenigen Kirchenbesucher an Werktagen wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei. In ihrem jährlichen Budget für 2016 hatte die Kirchengemeinde Bilsdorf 3500 Euro für Heizkosten geplant. Mit der Herrichtung eines 30 Quadratmeter großen Multifunktionsraums unter dem Kirchengebäude für Messfeiern hoffen die Kirchenverantwortlichen, künftig Energiekosten zu sparen.

Für den umfunktionierten Raum im Pfarrheim zimmerte der gelernte Schreiner Josef Klein (83) unentgeltlich einen kleinen verschiebbaren Altar aus Eichenholz. Jürgen Rein (79) spendete ein über 120 Jahre altes Standkreuz aus Messing, das auf dem neuen Altar platziert ist. Eine kleine elektrische Orgel stellte Detlef Germowitz, Bilsdorfer Ortsvorsteher und stellvertretender Kirchengemeinderatsvorsitzender, zur Verfügung. Bis zu 20 Besucher können nun im Pfarrheim am Gottesdienst teilnehmen. Bei Bedarf lässt sich der neu gestaltete Raum sehr schnell umräumen und für andere Zwecke nutzen. Die Bilsdorfer Sonntagsmessen sind nach wie vor in der Kirche.