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Volleyball
Lebach zerlegt den Spitzenreiter

Lebach/Sinsheim. Von wegen unschlagbar: Aufsteiger bringt Sinsheim die erste Saisonniederlage bei. Von Roland Schmidt

(ros) „3:2! 3:2! 3:2!“ Den Text des quietschfidelen Jubellieds hatten die Volleyballerinnen des TV Lebach am Samstag eher schlicht gehalten. Die Botschaft, die dahinter steckte, war aber der Knaller: In 118 Minuten und fünf umkämpften Sätzen schmetterten die Neulinge in der 3. Bundesliga Süd Tabellenführer SV Sinsheim mit 3:2 (25:22, 24:26, 18:25, 25:23, 15:9) vom Feld. Der Tiebreak-Triumph der Saarländerinnen beim Liga-Primus war eine kleine Sensation – völlig überraschend kam er aber nicht. Philipp Betz hatte daran geglaubt und seiner Truppe den Sieg gegen die „First Ladys aus dem Kraichgau“ zugetraut.


„Der Spitzenreiter war ungeschlagen, bis ein junges Team aus einem kleinen saarländischen Dorf kam“, scherzte der TV-Trainer und lobte die Leistung: „Die Mannschaft wächst immer mehr zusammen. Der Druck ist nach den jüngsten Siegen auch etwas abgefallen.“ Deutlich mehr Druck dürfte auf dem TV Holz lasten. Der selbsternannte Titelanwärter hatte sein Auftaktspiel in Sinsheim glatt mit 0:3 verloren und zuletzt wenig überzeugt. Mit gleicher Punktzahl, aber einem Spiel weniger, liegt der mit ausländischen Spielerinnen gespickte Saar-Rivale nur auf dem siebten Platz, zwei Ränge hinter dem TV Lebach, der auf Eigengewächse und Talente setzt.

Dies hatten vor der Saison nur wenige so erwartet. „Da kann man ja fast Angst bekommen“, sagt Marion Schwinn, Mutter von Betz und selbst langjährige Trainerin der „Ersten Welle“, schmunzelnd. Das Ziel Klassenverbleib sei aber noch lange nicht erreicht, darin stimmt der Trainer mit seiner Mutter überein. „Die Mädels dürfen jetzt nicht überheblich werden, sie müssen weiter Gas geben“, betont Betz. Fakt ist: Mit dem Siegeswillen vom Sinsheim-Spiel und der positiven Stimmung auf dem Feld, muss der TV Lebach in der 3. Bundesliga Süd keinen Gegner fürchten. Abteilungsleiter Thomas Schwinn schwärmt: „So ein Team hatten wir noch nie.“