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Tierschutzverein Untere Saar
Kaiser überzeugt mehr als seine Kritiker

Das Tierheim in Dillingen gab Anlass für eine Anhörung im Saarlouiser Landratsamt.
Das Tierheim in Dillingen gab Anlass für eine Anhörung im Saarlouiser Landratsamt. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Dillingen. Bürgermeister haben nach Hearing „keinen Zweifel an der ordnungsgemäßen Führung“ der Dillinger Tierheims.

„Hearing“ – so nennt der Saarlouiser Landrat Patrik Lauer das, was am Freitagmorgen im Landratsamt Saarlouis stattgefunden hat. Ein Anhörung also, zu der Lauer eingeladen hatte. Zuhörer: Er selbst und die Bürgermeister (oder deren Abgesandte) der 20 Kommunen in den Landkreisen Merzig-Wadern und Saarlouis, die das Tierheim in Dillingen nutzen und bezahlen. Angehörte in zwei Etappen: erst für eine gute Stunde die so ge- und selbst ernannte Opposition im Tierschutzverein Untere Saar (TSV) und danach nicht ganz so lang der Vorsitzende des TSV Peter Kaiser und sein Vize Franz Josef Schumacher.


Der Anlass? Dazu ist ein kurzer Rückblick sinnvoll. Kurz vor Ostern hatte unsere Zeitung von einer ungewöhnlichen Mitgliederversammlung zu berichten. „Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ – so lautete auch die Überschrift des Artikels – hatte der TSV seinen Vorstand neu gewählt. Weder Gäste noch Medien waren zugelassen worden, Türsteher hatten den Eingang zum Saal abgeschirmt. Die Versammlung bestätigte mit großer Mehrheit Kaiser als Vorsitzenden, Gegenkandidat Jörg Franzen unterlag deutlich. Keine gewöhnliche Versammlung war es, und in der Folge rumorte es so weiter, wie es schon zuvor wahrgenommen worden war.

Da das Tierheim des TSV von den Städten und Gemeinden der beiden Landkreise finanziert wird, stand auch zur Debatte, ob zum Einsatz öffentlicher Gelder nicht auch Öffentlichkeit der Vereinsaktivitäten gehören müsste. „Nein“ befand Landrat Lauer, rechtlich sei die kommunale Seite (er nimmt das zum Teil für die 20 Kommunen wahr) nur dafür zuständig, auf das Tierwohl und ordnungsgemäßes Finanzgebaren zu achten. Was der Verein tut und lässt, sei eher Privat- als öffentliche Sache.



Nichtsdestotrotz hat Lauer Gespräche mit Vorstand und Kritikern gesucht. Und hieraus folgte der Termin am Freitag. „Die Bürgermeister und ihre Vertreter“, berichtet Lauer der SZ, „waren sich einig, dass es bei Tierwohl und Finanzen als Belange ihres Interesses bleibt.“ Dabei blieb dann allerdings kaum etwas von den Anwürfen der Opposition übrig, sagt Lauer. Selbst der Landestierschutzbeauftragte Hans-Friedrich Willimzik, ein Unterstützer Franzens, hat demnach zwar „Optimierungspotenzial“, aber keine klaren Verstöße oder gar eine Gefährdung des Tierwohls geschildert.

Der Vorwurf, es würden nicht so viele Tiere vermittelt, wie es sinnvoll wäre, erwies sich laut Lauer ebenfalls als nicht solide begründet. Es sind zwar weniger Vermittlungen, aber es werden wegen Facebook, WhatsApp und auch Ebay in Dillingen wie überall weniger Tiere aufgenommen. Ähnlich das Ergebnis in Sachen Finanzen. „Es gab sachliche Erklärungen des Vorstands“, berichtet Lauer. Nachdem beide Seiten gehört worden waren, sei der Tenor bei den Bürgermeistern und Vertretern folgender gewesen: „Es besteht derzeit für die Vertragspartner des Tierschutzvereins als Träger des Tierheims kein Handlungsbedarf, denn es gibt keinen Zweifel an der ordnungsgemäßen Führung des Tierheims.“

Informell hat es nach SZ-Informationen dennoch dezente Hinweise an die TSV-Führung gegeben, in Zukunft vielleicht besser etwas diplomatischer mit etwaiger Kritik umzugehen. Oder wie Lauer auf die Frage unserer Zeitung nach seinen Ideen antwortet: „Transparenz ist dem Verein ganz sicherlich zu empfehlen.“ Ebenso wichtig ist ihm aber, dass aus den Ereignissen nicht geschlossen wird, „da gibt es nur Buddick und Palaver“. Er möchte, dass kein schlechtes Licht auf die Tierschutz-Arbeit fällt, für die sich so viele Ehrenamtliche engagieren. Denn das sei ja der Verein und nicht der Vorstand.