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SZ-Kolumne Unsere Woche
Keine Mehrheit für Dumpfbacken

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Marketingmäßig gilt: Um die Verärgerung eines Kunden auszugleichen, musst du zehn Kunden zufrieden stellen. Dass fünf nette Botschaften in einer Beziehung eine Gemeinheit ausgleichen würden, sollen amerikanische Paarforscher herausgefunden haben.

Egal wie sicher wir uns dieser Erkenntnisse sein dürfen, scheint es so, als brauche es eine ganze Menge mehr positive Wertungen oder Aussagen, um eine negative wett zu machen. Das Negative hat mehr Gewicht. Dazu kommt in den Kommentarbereichen mancher Medien, dass das Fluchen, Beschimpfen und Verunglimpfen offensichtlich beliebter sind als sachliche Bewertungen, geschweige denn Lob und Anerkennung. Keine Chance also gegen die ätzenden und zersetzenden, meist anonymen Verächter? Freie Bahn für pöbelnde Dumpfbacken?


Nein. Wir alle haben eine Chance. Das war jetzt wieder bei Reaktionen auf Facebook zu unserem Gespräch mit Heiko Maas zu sehen. Sachlich souverän haben wenige Leute den unzähligen flachen Pauschalangriffen auf den Saarländer getrotzt. Und auch wenn es anders aussah, sind sie in der realen Welt nicht in der Minderheit: Im Deutschland-Trend der ARD, beruhend auf monatlichen repräsentativen Umfragen, belegt der Bundesaußenminister jetzt Platz eins der beliebtesten Politiker.