Serie Bürgermeister Wahlen: Stefan Louis in Bous

Stefan Louis will Bürgermeister bleiben : „Es geht nicht so schnell, wie man sich’s vorstellt“

Der freie Kandidat Stefan Louis bewirbt sich um eine dritte Amtszeit.

„Es geht oft nicht so schnell, wie man sich das vorstellt.“ Ein Kernsatz aus einer Stunde Gespräch mit dem amtierenden Bürgermeister von Bous, Stefan Louis. „Aber als Sportler weiß man, dass man ein Ziel auch mal länger verfolgen muss.“ Louis, erfolgreicher Karatesportler, bewirbt sich erneut um das Amt des Bürgermeisters von Bous, er bewirbt sich um eine dritte Amtszeit. 14 Jahre macht er den Job jetzt, ist einer der dienstältesten Bürgermeister im Kreis und doch der Jüngste im Trio der Bouser Bewerber.

Louis ist Diplom-Verwaltungswirt. Und er wurde einst als freier Bewerber ohne Partei zum Bürgermeister gewählt, als das noch seltene Ausnahme war. Nach seiner ersten Amtszeit fand sich niemand in Bous, der gegen ihn antreten wollte.

Bous ist eine Gemeinde mit großen Herausforderungen. Darum geht es, sagt Louis, nicht immer so schnell. Beispiele: Saarbrücker Straße, die Hauptschlagader, Geschäftsstraße, leidet unter massiver Verkehrsbelastung und mit dem kriselnden Einzelhandel, zerfasert, muss Leerstände verkraften. Der Bahnhof: ein städtebauliches Fragezeichen. Ein ernst zu nehmender Investor sei noch im Rennen, erklärt Louis. Antworten will die Gemeinde zum Beispiel mit einem Einzelhandelskonzept. Grob gesagt, will man versuchen, Geschäfte näher zueinander zu bringen, damit so etwas wie ein Zentrum entsteht. Andere Straßen werden saniert, ein Konzept für die Abwasserkanäle umgesetzt.

Für den Ortskern ist die langfristige Marschrichtung in einem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) festgeschrieben. Im Rahmen von ISEK könne Bous Geld aus dem Bundesprogramm Stadtumbau West abrufen und jeden investierten Euro verdreifachen, sagt Louis.

Andere Maßnahmen laufen seit vielen Jahren, Louis will „dranbleiben“: Die Anbindung des Stahlwerks an die B 269neu, zum Beispiel, wird seit Jahren geplant und umgeplant, „da sind unglaublich viele Stellen beteiligt“. Die öffentliche Auslegung als Teil des Planfeststellungsverfahrens sei aber in Sicht.

Gelungen ist in Bous die Nachnutzung des Geländes der früheren Röhrenwerke. Das heutige Stahlwerk mit 350 Beschäftigten sei bestens im Geschäft. Rund 250 Menschen sind auf demselben Gelände bei KTP Kunststoff Palettentechnik beschäftigt. Wie auch das Aldi-Zentrallager sorgen sie für Jobs und für Gewerbesteuer. Vor allem sie und eine „strikte Haushaltsdisziplin“ haben laut Louis Bous von einer der am stärksten verschuldeten Kommunen in eine der „sieben finanziell gesunden“ Gemeinden im Saarlands verwandelt. Was auch bedeute, dass Bous zusätzliche 340 000 Euro Landesgeld jährlich für Investitionen bekomme. Louis: „Die Gemeinde bleibt handlungsfähig.“

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