Barbara Mohr geht als freie Kandidatin ins Rennen um das Rathaus Bous.

Bürgermeisterwahl Bous : „Bringschuld gegenüber den Bürgern“

Barbara Mohr geht als freie Kandidatin ins Rennen um das Rathaus.

So herum hört man es sonst eher nicht: „Als Bürgermeisterin hätte ich eine Bringschuld gegenüber den Bürgern und dem Gemeinderat.“ Sagt und bejaht gerne Barbara Mohr, die als freie Bewerberin um den Chefsessel im Bouser Rathaus mitten im Wahlkampf steckt. Und wenn sie das packen würde – „als Erstes würde ich mein Büro ins Erdgeschoss verlegen, das wäre barrierefrei“.

Bous braucht mehr Bewegung, mehr Veränderung, findet Mohr, der Ort „muss doch aus seinem Dornröschenschlaf erwachen“. Nicht bloß, indem endlich ein Jugend- und ein Seniorenbeirat eingerichtet würden, sagt sie. Oder ein Mehrgenerationenhaus. Sondern vor allem so, dass Bürgerinnen und Bürger gezielt angesprochen würden, die von etwas gemeinsam betroffen sind. Nachbarschaft zum Beispiel. Bürger in konkreten „Interessengemeinschaften“ zu aktivieren, das wäre ihr Ding. Wenn es um ein Projekt für Jugendliche gehe, müsse man eben gezielt bei Jugendlichen und nur bei ihnen ums Mitmachen werben. Das sei in Bous zu kurz gekommen, selbst bei den Zukunftswerkstätten mit den Bürgern. „Da hatten zu viele den Eindruck, dass doch nichts passiert.“

Natürlich würde Mohr (die der SPD angehört) auf dem aktuellen Gemeindeentwicklungskonzept, dem GEKO, aufbauen, sagt sie. Und sie würde dafür arbeiten, dass vorrangig Baulücken geschlossen und Leerstände aktiv gefüllt werden. Da bedürfe es kreativer Aktivitäten, persönlichen Einsatzes. Zum Beispiel auf erfolgreiche Geschäftsleute etwa in Saarbrücken zugehen – „ob sie nicht in Bous eine Filiale aufmachen wollen“. In Bous fehle aber eine Fachkraft, die sich darauf konzentriere, Fördertöpfe von Land, Bund und EU aufzumachen, eine „kleine Stabsstelle“.

Barbara Mohr, 56, gehört zwar der SPD an, ist aber unabhängige, freie Bewerberin. Sie kann sich auf ein engmaschiges Netzwerk stützen – das merkt man schnell im Gespräch. Sie leitet die Servicestelle Ehrenamt und die Leitstelle Älter werden beim Landkreis. Sie war Fallmanagerin bei der Agentur für Arbeit und vorher elf Jahre als Erzieherin, später Leiterin im Kinderhaus in Bous. Gelernt hat sie Erzieherin, später Datenverarbeitungs-Kauffrau. Auf dieser Berufsbiografie plus Weiterbildungen für Führungskräfte im öffentlichen Dienst gründet ihre Überzeugung, als Bürgermeisterin arbeiten zu können. „Ich bringe pädagogische, soziale, kaufmännische und kreative Erfahrungen ein.“

„Managen, das ist einfach meins“, sagt sie. Wie zum Beispiel bei der Weihnachtsaktion, die sie mit dem Verein Kleeblatt in Saarlouis jedes Jahr organisiert. Viele Dutzend Helfer, für ein Weihnachten mit allen, die Weihnachten nicht allein sein wollen.

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