Jutta Fellinger bewirbt sich für die SPD als Bürgermeisterin von Bous

Bürgermeisterwahlen 2019 : „Man kann Bous in andere Bahnen lenken“

Jutta Fellinger zieht für die SPD in den Wahlkampf um das Rathaus.

„Wenn mich jemand fragt, dann mache ich keine Versprechungen. Ich sage, dass ich mich kümmere, und dann sehe ich, was ich tun kann. Aber Zusagen und dann passiert nichts – das mag ich gar nicht.“ Was Jutta Fellinger sagt, ist nicht erst ein Vorsatz für den Fall, dass sie die Bürgermeisterwahl in Bous gewinnt, sondern „es ist schon immer ein Leitsatz“ ihrer politischen Arbeit. Das ist ihr Metier. 20 Jahre gehört sie dem Gemeinderat an, sie ist Vorsitzende der SPD-Fraktion und Vorsitzende der SPD Bous, Beigeordnete der Gemeinde. Die SPD hat sie zu ihrer Kandidatin für das Rathaus gemacht.

Warum will sie nach 20 Jahren Rat ins Rathaus? „Es tut weh“, die Gemeinde so zu sehen wie Bürgermeister Stefan Louis sie in 14 Jahren Amtszeit geführt habe: „Keine Innovationen, keine Ideen.“ Was immer in Bous gemacht wurde, gehe letztlich auf den Gemeinderat zurück. Fellinger ist überzeugt, „dass es möglich ist, Bous nochmal in andere Bahnen zu lenken. Ein hehres Ziel, ich weiß.“ Vieles liege im Argen, aber Fellinger hat Bous vor Augen, wie sie es einst gesehen hat: „Bous war einmal eine blühende Gemeinde.“ Da soll es wieder hingehen.

Den Schlüssel für eine Veränderung sieht Fellinger in dem, was sie „Chaussee“ nennt, sie spricht es wie Chossé aus, mit geschlossenem; langem O, gemeint ist die Saarbrücker Straße: die Hauptschlagader von Bous. Da müsse wieder mehr Leben rein, ein Geschäft mit Lebensmitteln, Parkplätze für Kunden. „Man müsste doch mit dem Stahlwerk reden können, ob man Teile von deren Parkplatz nutzen könnte.“ Mit Immobilienbesitzern in der Straße über Veränderungen reden, die auch zu ihrem eigenen Vorteil wären. „Das hätte längst passiert sein müssen.“

Ein anderer Schlüssel zu ihrem Politikverständnis: „Nur durch Kommunikation kann man was erreichen. Reden, reden, nicht warten, bis jemand zu mir kommt. Reden mit den Bürgern, zuhören“, nur dann wisse man auch, was sie erwarten. Zum Beispiel mehr Sicherheit, deswegen will Fellinger mehr Fußstreifen der Polizei.

Fellinger hat Anwaltsgehilfin gelernt, war lange bei der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung, 25 Jahre Verwaltungserfahrung, jetzt im Vorruhestand. „Ich weiß, was ein Verwaltungsakt ist.“ Sie organisiert Kleiderbasare, macht ehrenamtliche Rentenberatung und ist ehrenamtliche Richterin beim Sozialgericht des Saarlandes.

Und dann überrascht Fellinger mit der Ankündigung: „Sollte ich zur Bürgermeisterin gewählt werden, würde ich einen Teil meines Gehaltes den Bouser Vereinen spenden, vor allem für die Jugendarbeit. Die Beträge könnten zum Beispiel in einen Fonds fließen, aus dem die Vereine Geld abrufen.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung