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Schreiner verlässt den Bundestag

Saarlouis. Der Saarlouiser SPD-Politiker Ottmar Schreiner wird bei der Bundestagswahl im Herbst nach gut 32 Jahren im Parlament aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. "Der Krebs ist zurück. Ich kann aufgrund der erneuten Erkrankung diesen Wahlkampf nicht mit voller Kraft führen", erklärte er gestern

Saarlouis. Der Saarlouiser SPD-Politiker Ottmar Schreiner wird bei der Bundestagswahl im Herbst nach gut 32 Jahren im Parlament aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. "Der Krebs ist zurück. Ich kann aufgrund der erneuten Erkrankung diesen Wahlkampf nicht mit voller Kraft führen", erklärte er gestern. Deshalb habe er dem Landesvorsitzenden Heiko Maas und Generalsekretär Reinhold Jost seinen Verzicht mitgeteilt. Nach Angaben der SPD hat sich Schreiner noch am Wochenende in stationäre Behandlung begeben. Er hatte sich bereits vor drei Jahren einer Krebs-Therapie unterziehen müssen. Die SPD-Kreisverbände Saarlouis und Merzig-Wadern nominierten als Wahlkreiskandidaten am Wochenende einstimmig Generalsekretär Jost aus Siersburg. Der 46-jährige Landtagsabgeordnete sagte, er gebe zu, "dass der Bundestag bislang nicht zu meiner Lebensplanung gehörte". Landeschef Maas sprach angesichts der Diagnose von einem "Schock", der alle politischen Fragen zunächst einmal in den Hintergrund stelle.Der 66 Jahre alte Jurist Schreiner gehört dem Bundestag seit 1980 an. Dort machte er sich in den 90er Jahren einen Namen als Sozialexperte und scharfzüngiger Debattenredner. Den Höhepunkt seiner politischen Karriere erlebte er 1998, als der damalige SPD-Bundeschef Oskar Lafontaine ihn zum Bundesgeschäftsführer berief. Nach Lafontaines Rücktritt waren auch die Tage von Schreiner in der SPD-Spitze gezählt.



Bekannt war Schreiner in den Folgejahren vor allem als hartnäckiger Gegner der Agenda-Reformpolitik von Bundeskanzler Gerhard Schröder, was ihm gerade in der eher linken Saar-SPD und bei Gewerkschaftern viele Sympathien einbrachte. Bis 2012 führte Schreiner den Arbeitnehmerflügel der SPD im Bund. kir

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