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Justiz
Online-Wache der Polizei kommt gut an

 Der Landespolizeipräsident des Saarlandes, Norbert Rupp.
Der Landespolizeipräsident des Saarlandes, Norbert Rupp. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken/Mainz. Beamte registrieren sieben Eingänge pro Tag. Die meisten Strafanzeigen gibt es wegen Betruges.

Die seit gut einem Monat geschalteten Onlinewachen der Polizei im Saarland und in Rheinland-Pfalz werden offenbar gut genutzt: In den ersten vier Wochen wurden bei der saarländischen Polizei bislang mehr als 200 Vorgänge registriert. In Rheinland-Pfalz seien zudem 909 Anzeigen und Hinweise über das Portal im Internet eingegangen, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz in Mainz auf dpa-Anfrage mit. Seit 6. Dezember können Bürger bestimmte Straftaten auch von zu Hause oder unterwegs per Internet in der Onlinewache anzeigen – und müssen nicht mehr persönlich bei der Polizei erscheinen.


Der saarländische Landespolizeipräsident Norbert Rupp erklärte: „Die ersten Erfahrungen mit unserer neuen Onlinewache sind sehr positiv.“ Diese orts- und zeitunabhängige sowie barrierefreie Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit der Polizei komme gut an. Eine Sprecherin des LKA in Mainz sagte, das Serviceangebot werde vom Jugendlichen bis zum Senior genutzt. „Dies zeigt eindrucksvoll, dass die Onlinewache von den Bürgern im Land positiv angenommen wird“, so die Sprecherin.

Die Zahl der Vorgänge, die täglich eingingen, entspreche den Erwartungen zum Projektstart, heißt es. In Rheinland-Pfalz sind dies im Schnitt rund 30 am Tag. Man gehe davon aus, dass es mehr würden, wenn das Angebot noch bekannter werde. Auch im Saarland seien die sieben Eingänge pro Tag so hoch wie anfangs erwartet, sagte ein Sprecher des Landespolizeipräsidiums. Bisher habe es keine technischen Probleme gegeben.



Die meisten Anzeigen erfolgten wegen Diebstahls, Betruges und Sachbeschädigung, berichtete das LKA. So habe beispielsweise eine 20-jährige Frau den Diebstahl ihres Mobiltelefons während eines Besuches einer Bar in Mainz angezeigt. Ein 25-Jähriger zeigte einen Betrug online an: Er hatte im Internet über ein Kleinanzeigen-Portal ein Handy bestellt, das nie bei ihm ankam. Und ein 64-Jähriger meldete sich, weil jemand seinen Motorroller im Hof zerkratzt hatte.

Im Saarland registrierten die Beamten mit 35 Prozent die meisten Strafanzeigen wegen Betruges. Wegen Sachbeschädigung gingen 14 Prozent und wegen Diebstahls 11 Prozent ein. Rund 13 Prozent der Eingänge seien „sonstige Hinweise“ gewesen, teilte die Polizei mit. Darunter auch vier Mal ein Lob für die Arbeit der Polizei. Beschwerden gab es keine.

In Rheinland-Pfalz ist die Onlinewache beim Lage- und Dauerdienst des LKA angedockt. Im Saarland laufen die Anzeigen in der Führungs- und Lagezentrale des Landespolizeipräsidiums ein. Nicht online zur Anzeige gebracht werden können Gewaltstraftaten, Verkehrsunfälle oder Delikte, die einen sofortigen Polizeieinsatz erforderten.

Das Serviceangebot soll weiter ausgebaut werden. Im Laufe dieses Jahres werde es etwa eine neue Funktion geben, um Unterlagen oder Bilder mit hochzuladen. Auch eine Ausweitung auf weitere Straftatbestände ist geplant.