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Gabit Nesipbayev: Selten war Orgelspiel so vollendet

Saarbrücken. Schon die Ankündigung als Sonderkonzert innerhalb der "Internationalen Orgelkonzerte Saarbrücken 2009" verdient mehr als wörtlich genommen zu werden. Denn das Konzert, das der 1962 in Alma-Ata geborene Kasache Gabit Nesipbayev am Sonntagnachmittag in der Basilika St

Saarbrücken. Schon die Ankündigung als Sonderkonzert innerhalb der "Internationalen Orgelkonzerte Saarbrücken 2009" verdient mehr als wörtlich genommen zu werden. Denn das Konzert, das der 1962 in Alma-Ata geborene Kasache Gabit Nesipbayev am Sonntagnachmittag in der Basilika St. Johann gab, verdient in der Tat als künstlerische Vollbringung auf höchstem Niveau eingestuft zu werden. Nesipbayev ist seit 1985 Titularorganist an der staatlichen Philharmonie Kasachstans. Darüber hinaus lehrt er gleich an zwei staatlichen Konservatorien in Alma-Ata und Bischkek. Nesipbayev betonte nach seinem Vortrag, dass er speziell wegen der spieltechnischen Möglichkeiten der Orgel in der Basilika seinen Besuch zugesagt habe und dass die Orgel seine Fantasie zu vielen Registrierungen und klanglichen Gestaltungen angeregt habe. Das Besondere an der von Stumm und Voit&Sohn erbauten Orgel ist ihre 1999 von Hugo Mayer vorgenommene Erweiterung zu einer Universalorgel. Links des Altars kam nach französischem Vorbild ein Schwellwerk hinzu, rechts ein spanisches Horizontaltrompetenregister. Nesipbayev übertrug zunächst Werke kasachischer Komponisten, bei denen er auch Anklänge an traditionelle Instrumente wie der zweisaitigen Kobyz oder der Kebschik-Trommel dank feinfühligsten Anschlags realisierte. Im weiteren Verlauf standen Werke von Liszt und Boellmann auf dem Programm, die Nesipbayev gleichsam aus seiner Fantasie wie aus dem Orgelwerk entstehen ließ. Die Basilika war nicht vom bloßen Klang der Orgelpfeifen erfüllt, sondern von einer Klangfülle, aus der sich ein unbedingter und ungebändigter Gestaltungswille verkündete. Selten hat man das Orgelspiel so vollendet erlebt. anw