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Sternenkunde
Für Astrologen ist erst im Frühling „Neujahr“

Die Konstellation der Sterne steht in der Astrologie im Mittelpunkt.
Die Konstellation der Sterne steht in der Astrologie im Mittelpunkt. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Saarbrücken/Tübingen . „Die Sterne lügen nicht“, glaubt so mancher. „Alles Unfug“, behaupten die anderen. Fest steht: Für die Astrologen beginnt erst mit dem Frühlingsanfang am 20. März um 17:16 Uhr im Zeichen des Widders das neue Jahr. Von Udo Lorenz

Der Vorsitzende des Deutschen Astrologenverbandes (DAV), Klemens Ludwig aus Tübingen, und die nach seinen Angaben zu den renommiertesten deutschen Astrologinnen zählende Saarländerin Ulrike Voltmer glauben aus den kosmischen Zyklen heraus Tendenzen erkennen zu können, halten sich aber mit exakten Voraussagen zurück. „Wahrsagen ist nicht unser Anspruch“, betonen beide. Dagegen könne die fundierte Astrologie mit persönlichen Horoskopen nach exakter Geburtszeit jedem Einzelnen Antworten auf Lebensfragen geben und den Menschen positive Möglichkeiten aufzeigen.


Das mit dem Frühling beginnende neue astrologische Jahr geht darauf zurück, dass der Widder das erste der zwölf Tierkreiszeichen ist. „Astrologie hängt zwar mit den Sternen zusammen, wie der Begriff (griechisch astron = Stern) schon sagt, aber im Gegensatz zur landläufigen Meinung deuten wir keine Sternbilder, sondern Tierkreiszeichen“, sagt Ulrike Voltmer, geprüfte DAV-Astrologin. „Der Tierkreis beginnt praktisch am Frühlingsanfang, wenn die Sonne senkrecht über dem Äquator steht“. Entstanden sind die zwölf Tierkreiszeichen bereits vor mehr als 2000 Jahren aus den Sternbildern, dürfen aber nicht mit ihnen verwechselt werden. Ulrike Voltmer, die auch als Musikpädagogin, Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin arbeitet, hat früher ein Vierteljahrhundert lang Astrologie-Kurse in der Volkshochschule (VHS) gegeben und etliche Bücher zu Möglichkeiten und Grenzen der Astrologie geschrieben und mit herausgegeben.

„Horoskope in Tageszeitungen sind ebenso wie das Venusjahr reine Unterhaltung“, sagt Verbandsvorsitzender Ludwig: „Das hat mit Astrologie wirklich gar nichts zu tun, denn man kann die Menschen nicht in zwölf Schubladen aufteilen“. Den Unterschied zwischen seriöser und unseriöser Astrologie beschreibt er so: „Seriös ist alles, was sich auf persönliche Horoskope für einen Menschen oder auch ein Ereignis bezieht. Unseriös ist dagegen alles, was nur nach Sternzeichenstand geht, nach dem Motto: Ich bin Widder, ich bin Stier und so weiter.“ Persönliche Horoskope, die einen Zusammenhang zwischen Sternenkonstellationen und menschlichen Charakteren herstellen, kosten laut Ludwig bei den rund 625 im Verband organisierten deutschen Astrologen meist 100 bis 200 Euro, umfassen dann in der Regel ein Blatt und können noch bis zu 20 Seiten Deutungen enthalten. Neben Ulrike Voltmer sind auf der Internetseite des Verbandes (www.astrologenverband.de) als Astrologinnen aus dem Saarland auch Sabine Meuler aus St. Wendel und Heide Trautmann aus Blieskastel aufgeführt.

Gut ein Drittel der Astrologen im Verband haben laut Ludwig eine besondere Ausbildung und eine anspruchsvolle Prüfung hinter sich und dürfen sich somit „geprüfter Astrologe DAV“ nennen. „Astrologe ist kein geschützter Begriff und sicher gibt es auch einige schwarze Schafe darunter, aber der Markt regelt das schon“, sagt Ludwig. Der DAV-Chefastrologe liest in den kosmischen Zyklen für 2018 zwei große Tendenzen in Deutschland und der Welt heraus: „Das eine ist, dass etablierte Machtstrukturen mehr als bisher infrage gestellt werden und das andere ist, dass die weltpolitische Lage in den nächsten ein, zwei Jahren trotz Warnungen vor einem drohenden Atomkrieg relativ entspannt ist“. Befragt zu den drei Saar-Politikern in der Bundesregierung und dem neuen Ministerpräsidenten im Saarland hält sich Voltmer, früher mal Mitglied bei den Grünen und jetzt bei den Linken, bewusst zurück, wie sie sagt.