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Biosphärenreservat Bliesgau soll bald von Unesco anerkannt werden

Kleinblittersdorf. Das Biosphärenreservat Bliesgau steht Ende dieses Monats im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit: Am 27. Mai entscheidet das Unesco-Komitee in Korea über den Antrag des saarländischen Umweltministeriums, ob das Biosphärenreservat in das weltweite Netzwerk der Unesco aufgenommen wird Von SZ-Redakteur Joachim Schickert

Kleinblittersdorf. Das Biosphärenreservat Bliesgau steht Ende dieses Monats im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit: Am 27. Mai entscheidet das Unesco-Komitee in Korea über den Antrag des saarländischen Umweltministeriums, ob das Biosphärenreservat in das weltweite Netzwerk der Unesco aufgenommen wird. Wie Umweltminister Stefan Mörsdorf (CDU) am Dienstagabend im Alten Bauernhaus in Kleinblittersdorf-Auersmacher vor der Presse betonte, sei man damit "beim Biosphären-Marathon auf den letzten hundert Metern angekommen". Seit zehn Jahren werde das Projekt betrieben. 2008 habe man den Antrag auf offizielle Anerkennung bei der Unesco in Paris gestellt und dabei "letzte Steine aus dem Weg geräumt". Dass das Komitee den Antrag ablehne, sei "sehr unwahrscheinlich", vielmehr sei der Antrag von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur "als vorbildlich für Europa" gelobt worden, so Mörsdorf.



Unmittelbare Folge der Unesco-Anerkennung seien zwar nicht finanzielle Zuwendungen der Organisation, sondern ein enormer Imagegewinn für die Bliesgauregion und das Saarland insgesamt, das viele Bürger in Deutschland noch ausschließlich mit Kohle und Stahl verbinden würden. Weiterhin versprechen sich der Minister und der Biosphärenzweckverband, dass mit der Uneco-Anerkennung Fördertöpfe auf Bundes- und EU-Ebene erschlossen werden und der Tourismus in der Region weiter vorangetrieben wird.

Derzeit gibt es in Deutschland 13 anerkannte Biosphärenreservate. Ausgangspunkt für die Ausweisung dieser Regionen war das von der Unesco 1970 gegründete Programm "Man and biosphere" (MAB), frei übersetzt "Der Mensch und sein Lebensraum". Ziel ist, repräsentative Landschaften zu schützen und als Modellregionen nachhaltig zu entwickeln. "Im Gegensatz zu anderen Großschutzgebieten liegt der Schwerpunkt nicht allein auf dem Schutz der Natur, sondern auf einem tragfähigen Miteinander von Mensch und Natur, das ausdrücklich die wirtschaftliche Entwicklung umfasst", so die Unesco. Zum Biosphärenreservat Bliesgau gehören die Städte St. Ingbert, Blieskastel und Teile von Homburg sowie die Gemeinden Kleinblittersdorf, Mandelbachtal, Gersheim und Kirkel.