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Gewerkschaft Verdi macht Druck
Warnstreik am Freitag beim ZKE

Die Gewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs ZKE in Saarbrücken zum Warnstreik auf.    
Die Gewerkschaft Verdi ruft die Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs ZKE in Saarbrücken zum Warnstreik auf.    FOTO: BECKER&BREDEL / bub
Saarbrücken/Völklingen. Gewerkschaft Verdi: Müllabfuhr kommt nicht und Stadtreinigung fällt aus. Die Kindertagesstätten bleiben in Saarbrücken aber offen.

Stefan Schorr ist noch unterwegs bei seinem Anruf in der Redaktion. Unterwegs von Potsdam, wo bis Dienstagabend die Tarifrunde  für den öffentlichen Dienst – auch für die Mitarbeiter der Kommunen – stattgefunden hat. Ergebnislos, berichtet Schorr, der als Vertreter der Gewerkschaft Verdi dabei war; die Gespräche seien vertagt auf den 15. April. Um bis dahin den gewerkschaftlichen Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen, werde Verdi nun die bisher nur auf wenige Stunden beschränkten Warnstreiks ausweiten. Auf ganze Tage.


Im Saarland macht Völklingen dabei den Anfang. Am heutigen Donnerstag, 15. März, hat Verdi alle kommunalen Mitarbeiter der Stadt Völklingen zum Streik aufgerufen. „Ab Dienstbeginn“, egal ob die Leute normalerweise morgens um halb neun antreten oder schon um sechs Uhr in der Frühe zur Arbeit kommen.

Am Freitag ist dann die Stadt Saarbrücken an der Reihe. Schwerpunkt des Warnstreiks wird der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) sein. Nach Angaben Schorrs werden also die Mülltonnen am Freitag nicht geleert, auch die Straßenreinigung falle aus. Die Mitarbeiter der Bauhöfe und des Grünamts sollen nach dem Willen der Gewerkschaft ebenfalls die Arbeit niederlegen. So wolle Verdi der Forderung nach einer „sozialen Komponente“ in den Tarifverhandlungen Nachdruck verleihen. Davon sollten insbesondere die Beschäftigten mit niedrigen und mittleren Einkommen profitieren, sagt Schorr. Verdi fordere sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber eine „soziale Komponente“ von 200 Euro. Schorr versicherte, die Kindertagesstätten seien von dem Warnstreik in Saarbrücken ausgenommen. Das gelte auch für die Bürgerämter.

Dagegen wird die Stadt Völklingen voraussichtlich still liegen, den ganzen Tag. Vom Rathaus bis zum Bauhof. Von der Müllabfuhr bis zur Stadtgärtnerei. Von den Stadtwerken bis zu den Kindergärten. Vier der sechs städtischen Kitas in Völklingen sind heute dicht. Geöffnet bleiben nach Schorrs Worten ausschließlich die Kindertagesstätten im Neuen Rathaus und in der Schubertstraße. Mit der Stadt Völklingen habe er bereits am vorigen Freitag eine Notdienstvereinbarung ausgehandelt, die regelt, welche dringlichen Arbeiten – zum Beispiel für die Gebäude-Unterhaltung – auch in Streik-Situationen erledigt werden. Nach Gewerkschafts-Ansicht, sagt Schorr, könnten die beiden Kitas, die geöffnet bleiben, als „Not-Kitas“ dienen für Eltern, die partout keine andere Betreuungsmöglichkeit finden für ihre Kinder. In anderen Kommunen sei es bei früheren Streiks auch so geregelt worden – aber die Völklinger Verwaltung habe das in der Vergangenheit anders gesehen, da habe es schon mal Probleme gegeben. Das lässt sich auch jetzt nicht ausschließen. Die Kitas Schubertstraße und Neues Rathaus „können mit den ihnen verbleibenden Kolleginnen/Kollegen den regulären Dienstbetrieb aufrecht erhalten. Eine Not-Kita wird, im Hinblick auf das im Dienst verbleibende Personal, für diesen einen Tag nicht eingerichtet“, hat  die Völklinger Stadtverwaltung auf SZ-Nachfrage mitgeteilt. Aber: „Sollte es im Laufe der Verhandlungen zu längerfristigeren Streiks kommen, wird die Stadt versuchen, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um eine zwingend notwendige Betreuung für einzelne Kinder zu gewährleisten.“ Stefan Schorr von Verdi rechnet damit,  dass sich mindestens 200 Stadt- und Stadtwerke-Mitarbeiter an den Gewerkschafts-Aktionen in Völklingen beteiligen. In Saarbrücken soll die Kundgebung auf dem ZKE-Gelände sein. Wie Schorr weiter mitteilt, plant Verdi Aktionen bis zur nächsten Verhandlungsrunde. Während der Osterferien werde es keine Aktionen geben.