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Erster Spatenstich für neues Pfarrheim in Fürstenhausen
Bergbau-Wunde wird nach Jahren geheilt

Vergnügtes Spatenstechen an der katholischen Kirche Fürstenhausen – mit dabei sind auch Gisela Rink und Pfarrer Thomas Weber (rechts, 2. Reihe), Bürgermeister Christof Sellen (Mitte, kurze Hosen), links daneben Sparkassen-Chef Werner Sander und der stellvertretende Ortsvorsteher Uwe Steffen.
Vergnügtes Spatenstechen an der katholischen Kirche Fürstenhausen – mit dabei sind auch Gisela Rink und Pfarrer Thomas Weber (rechts, 2. Reihe), Bürgermeister Christof Sellen (Mitte, kurze Hosen), links daneben Sparkassen-Chef Werner Sander und der stellvertretende Ortsvorsteher Uwe Steffen. FOTO: BeckerBredel
FÜRSTENHAUSEN. Zu den Bauten in Fürstenhausen, die durch den Kohleabbau Schaden genommen hatten, zählte auch das katholische Pfarrheim. Jetzt, gut elf Jahre nach dem Abbruch, wird neu gebaut. Von Thomas Annen

Während in vielen Pfarreien über die mögliche Schließung von kirchlichen Gebäuden diskutiert und spekuliert wird, errichtet man in Fürstenhausen ein Pfarrheim. Durch einen Anbau an die Kirche werden neue Räume geschaffen. Nach dem Gottesdienst und vor dem Start des Oktoberfestes stand am Samstag der symbolische erste Spatenstich auf dem Programm.


Einige Besucher kommen, schon aufs Oktoberfest eingestellt, in Lederhose oder Dirndl zum Spatenstich. Und einige Kinder tragen einen Bauhelm. „Wer will fleißige Handwerker seh‘n, der muss zu uns Kindern geh‘n“, singt der Nachwuchs der Pfarrei Schmerzhafte Mutter. „Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein“, prophezeien die Mädchen und Jungs.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Thomas Weber erläutert Gisela Rink, die stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates, das Projekt. Dort, wo jetzt Autos auf der Wiese parken, stand früher das Pfarrheim- und Kindergartengebäude. „Bergbaubedingt wurden diese Räumlichkeiten abgerissen, sie bekamen Schieflage“, berichtet Rink. Das war vor über zehn Jahren. Der Kindergarten zog damals in die ehemalige Waldschule am Hassel- eich. Und für das Pfarrheim wurde als Übergangslösung Ersatz in ehemaligen Geschäftsräumen am Marienplatz geschaffen. Seit Anfang 2011 muss man dort aber Miete zahlen. Das Geld, so die Überlegung der Katholiken, steckt man lieber in einen Neubau – als Investition in die Zukunft. Neben einem Teil der Entschädigungssumme, die die RAG zahlte, sichert Geld des Bistums Trier die Finanzierung.



„Wir haben viele Jahre lang dicke Bretter gebohrt. Wir haben es geschafft!“, freut sich Gisela Rink. Der Vorplanungszeitraum, erläutert der Völklinger Architekt Wolfgang Norek, dauerte sechs Jahre. Zahlreiche Fragen mussten beantwortet werden: Was wollen wir? Was brauchen wir? Was können wir uns leisten?

Nun liegen alle Genehmigungen vor. Der Anbau wird über eine Gesamtnutzfläche von 270 Quadratmetern verfügen. Die Hälfte davon ist für Gruppenräume reserviert. Mobile Trennwände sorgen für flexible Raumgrößen. Auch die Sakristei wird in dem Neubau eingerichtet.

Mit einem Gläschen Sekt stoßen die Fürstenhausener Katholiken auf das erfolgreiche Projekt an. Läuft alles nach Plan, können sie das nächste Oktoberfest bereits in den neuen Räumen feiern. Architekt Norek rechnet mit einer Bauzeit von einem Jahr.

Januar 2007, Abbruch des bergbaugeschädigten Vorgänger-Baus – hier standen Teile des Pfarrheims und die alte Sakristei noch.
Januar 2007, Abbruch des bergbaugeschädigten Vorgänger-Baus – hier standen Teile des Pfarrheims und die alte Sakristei noch. FOTO: Doris Döpke