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Sechs Berufsschulen profitieren von diesem Deal
Technologie-Transfer der besonderen Art

Bei der Vertragsunterzeichnung (von links): Minister Ulrich Commerçon, Achim Pecka, Siemens-Niederlassung Saarbrücken, und Josef Paul, der Schulleiter des Berufsbildungszentrums Sulzbach
Bei der Vertragsunterzeichnung (von links): Minister Ulrich Commerçon, Achim Pecka, Siemens-Niederlassung Saarbrücken, und Josef Paul, der Schulleiter des Berufsbildungszentrums Sulzbach FOTO: Thomas Seeber
Homburg/Neuweiler/Saarbrücken. Das Berufsbildungszentrum Dillingen profitiert von einem Kooperationsvertrag zwischen Siemens AG und Saarland. Von Michèle Hartmann

Einen atemberaubenden Parforceritt durch das, was technisch heutzutage in großen und kleinen Unternehmen möglich ist, den lieferte Achim Pecka, Sprecher der Siemens-Niederlassung Saarbrücken, vor dem versammelten Auditorium ab. In der Neuweiler Dependance des Berufsbildungszentrums Sulzbach (BBZ) ging er ein auf die neuesten Trends.


Aufmerksamer Zuhörer im Publikum war auch der saarländische Bildungsminister Ulrich Commerçon. Der Grund, warum der Minister den Weg nach Neuweiler fand, ist schnell erklärt: Das weltweit operierende Unternehmen und das Saarland wollen bei der Ausbildung von Lehrkräften gedeihlich zusammenarbeiten.

In den Genuss dieser engen und zukunftsweisenden Zusammenarbeit kommen – vorläufig bis zum Jahr 2022 – insgesamt sechs berufliche Schulen – in Homburg, Neunkirchen, Dillingen, Wadern und Saarbrücken (Mügelsberg). Mit von der Partie ist ebenso das Berufsbildungszentrum in Sulzbach-Neuweiler. Und so freuen sich Schulleiter Josef Paulus und sein Kollegium über die Kooperation.



Was den Bereich Industrie 4.0 angeht, so ist im Saarland das BBZ in Neuweiler der Leuchtturm schlechthin. Und deshalb haben in den vergangenen Jahren der Regionalverband als Schulträger, die Vereinigung der saarländischen Unternehmensverbände (VSU) sowie auch das hier ansässige Unternehmen Magna viel Geld in den technischen Standort gepumpt. Auch darauf sind Josef Paul und sein Team sehr stolz.

Mit im Boot besagter Kooperation ist auch das Landesinstitut für Pädagogik und Medien. Hier kümmert sich Dominik Bick als Leiter des Bereichs Technik und Gewerbe gewissermaßen um die Feinabstimmung. Ergo darum, dass die Zusammenarbeit zwischen den Vertragspartnern in der Praxis reibungslos funktioniert. Ultramoderne Steuerungsgeräte werden den Lehrkräften von Siemens zur Verfügung gestellt.

Ganz allgemein betrachtet geht es hier um die Förderung von Wissens- und Technologie-Transfer zwischen Unternehmen und berufsbildenden Schulen.

Ganz speziell geht es – unter dem Stichwort Industrie 4.0 – um die rasant fortschreitende Automatisierungs- und Antriebstechnik. Es geht um die umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion, mit der letztlich die Berufsschüler vertraut gemacht werden sollen.

Im Rahmen der Bildungspartnerschaft wird Siemens mehrtägige Fortbildungsveranstaltungen mit erfahrenen Referenten anbieten. Im Blickpunkt stehen dabei Berufe der Elektro- und Metalltechnik sowie der Mechatronik. Die Kooperation zahlt sich für beide Seiten gleichermaßen aus: für die berufsbildenden Schulen, da sie ihren Unterricht dem aktuellen Stand der Technik angleichen können, und für die Unternehmen, denen später Nachwuchskräfte mit dem nötigen Fachwissen zur Verfügung stehen.

Minister Commerçon meinte, dass lebenslanges Lernen auch für das Lehrpersonal an den Schulen gelte. Die große Stärke unseres Landes liege im Übrigen in der großen Nähe der Wirtschaft zu den Schulen. Dies sei mittlerweile auch zu einem echten Exportschlager geworden.