Segelflieger Kilian Mark (18) vom Verein Akaflieg startet in Marpingen

Leidenschaft Segelfliegen : Kilian Mark kommt hoch hinaus

Schon sein Großvater war begeistert vom Fliegen. Ein Lehrer half dem Studenten, den Traum wahrzumachen.

Wenn am blauen Himmel nur ein paar Schäfchenwolken hängen und kein Regen im Wetterbericht angekündigt ist, dann taugt der Tag zum Segelfliegen. Kilian Mark (18) packt seine Sachen und fährt zum Landesleistungszentrum Segelflug in Marpingen. Dort ist sein Verein, die „Akademische Fliegergruppe Saarbrücken“, kurz Akaflieg, beheimatet. Seit er mit 14 Jahren in den Verein eintrat und seine Ausbildung für die Segelfluglizenz begann, startet der Physikstudent regelmäßig in Marpingen.

Zu dem Sport sei er dank eines Lehrer der Marienschule gekommen, die er damals besuchte. In der achten Klasse hatte er mit 13 Jahren eine Vertretungsstunde bei diesem Lehrer. Der ist inzwischen im Ruhestand. Aber Flugstunden beim Akaflieg gibt er immer noch.

Seinen allerersten Flug absolvierte Kilian mit 13 Jahren, damals mit ebendiesem Fluglehrer. Parallel zu seinen Flugstunden musste er die Theorie erlernen. Während der Flugausbildung erlebte der junge Pilot dann seinen bisherigen Höhepunkt beim Segelfliegen: Mit seinem Fluglehrer und einem anderen Schüler flog er über das komplette Saarland hinweg. „Das war bis jetzt mein schönstes Erlebnis beim Fliegen“, erzählt der Student mit leuchtenden Augen.

Mittlerweile darf er, zumindest in Sichtweite des Flugplatzes, allein fliegen und sogar – je nach Segelflugzeugmodell – jemanden mitnehmen. Vor dem ersten Alleinflug sei er enorm angespannt gewesen und habe Angst gehabt, etwas falsch zu machen. Er selbst sei noch nie in richtiger Gefahr gewesen. Nur einmal habe er die Flugzeughaube nicht richtig geschlossen, und diese hätte unterwegs jederzeit wegfliegen können. Glücklicherweise ging aber alles gut.

Eine Gefahr geht beim Segelfliegen von Wolken aus. Kilian sagt, sobald das Segelflugzeug hineingerät, verliere der Pilot schnell die Kontrolle. Und die einzige Möglichkeit, in seinem solchen Fall nicht abzustürzen, sei es, aus dem Segelflugzeug abzuspringen. Dies passiere allerdings sehr selten. Segelflieger dürften höchstens 3000 Meter über dem Meeresspiegel fliegen, ohne sich eine Freigabe für den Luftraum zu holen. Somit blieben sie meist unterhalb der Wolkendecke. Aber an manchen Tagen hingen die Wolken deutlich tiefer, und Segelflieger müssten aufpassen, dass sie nicht hineingeraten. Für solche Fälle trage jeder Pilot einen Fallschirm. Im Notfall reiche es, die Haube zu öffnen und zu springen.

Der Pilot begründet den Reiz seines Hobbys nicht nur mit dem Fliegen. Auch die Gemeinschaft im Verein macht ihm große Freude. Jedes Mitglied müsse im Winter etwa 30 bis 40 Stunden in der Werkstatt des Vereins an der Hermann-Neuberger-Sportschule helfen  und die Flugzeuge dort warten. Das verhelfe zu handwerklichen Fähigkeiten, ob es nun um das Beseitigen von Lackschäden oder den Umgang mit Werkzeugen generell geht, erzählt der angehende Physiker.

Das größte Plus an einer Segelflugausbildung sei aber die persönliche Weiterentwicklung: „Der Flugbetrieb ist ein große Aufgabe. Man muss immer aufeinander Rücksicht nehmen und hilfsbereit sein“, erzählt Kilian Mark. Oftmals könne ein Segelflugzeug nicht mehr zum Startplatz zurück, weil es sich zu weit davon entfernt hat. Dann müsse der Pilot auf einem Feld oder Acker landen. Und er brauche Helfer, die ihn abholen und samt dem Flugzeug zurückbringen. Pilot und Helfer seien aufeinander angewiesen, ohne diese Zusammenarbeit würde der Flugbetrieb nicht funktionieren.

Kilian Mark sagt das so nachdrücklich, dass kein Zweifel besteht: Dieser junge Pilot ist sich seiner großen Verantwortung bewusst.

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