Saarländisches Staatstheater sorgt für weihnachtliche Stimmung

Staatstheater-Mitarbeiter geben ein besonders Konzert : Schon etwas Weihnachten im Staatstheater

Auch wenn er nicht echt ist: Der Weihnachtsbaum im Mittelfoyer des Saarländischen Staatstheaters (SST) sieht mit seinen roten und goldenen Kugeln überaus festlich aus. Am Samstag vor dem dritten Advent hat SST zum zweiten Mal in diesem Dezember zum literarisch-musikalischen Nachmittag eigeladen.

Den sinnlichen Einstieg machen Mezzosopranistin Carmen Seibel, Nathan Blair am Flügel und Peter Schöne, eigentlich Bariton, an der Geige mit dem Weihnachtsklassiker „Christbaum“ von Peter Cornelius.

Weniger besinnlich, dafür umso mitreißender spielen die beiden Dirigenten Blair und Stefan Neubert gemeinsam am Flügel: Vierhändig und schwungvoll präsentieren sie Mozarts Sonate in D-Dur, wechseln zur Freude des Publikums während des Vortrags die Sitzpositionen und streuen kleine Zitate bekannter Weihnachtsmelodien ein, was für Lacher im Publikum sorgt.

Abwechslungsreich gestaltet sich auch der Rest des Nachmittags, immer wieder wechselt sich das Personal vor dem Publikum ab. Besonders oft singt ein siebenstimmiger Chor, bestehend aus Seibel, Schöne, den Sopranistinnen Marie Smolka, Valda Wilson und Olga Jelinkova sowie Bariton Salomón Zulic del Canto Weihnachtslieder wie „Ich steh an deiner Krippen hier“, „Jingle Bells“ oder „Stille Nacht“. Auch von Ensemblemitgliedern von außerhalb Deutschlands mitgebrachte Weihnachtslieder sind zu hören: Die kommen aus Chile oder Australien oder Tschechien und wissen auch ohne fundierte Textkenntnisse eine Gänsehaut zu bereiten.

Dazwischen liest Smolka immer wieder mit angenehmer und ausdrucksstarker Sprechstimme Poetisches vor. Besonders eindrücklich, weil auch textlich herausragend, Hermann Hesses „Kurze Prosa zu Weihnachten“.

Absolutes Highlight des Nachmittags ist Gioachino Rossinis Ouvertüre zu „La Cenerentola“. In einer reduzierten Version, bei der die verschiedenen Orchesterstimmen „brüderlich geteilt“ werden, wie Jan Creutz vom Saarländischen Staatsorchester augenzwinkernd erklärt. Als Trio – Creutz an der Klarinette, zusammen mit zwei Kollegen des Staatsorchesters an Fagott und Oboe spielen sie eine wunderschöne Fassung – ein tatsächlich erhebender Moment.

Weihnachten, das heißt auch immer: zur Ruhe kommen, zum Jahresende hin noch einmal durchatmen und sich auf schön Dinge besinnen. An diesem Samstag konnte man dem ein ganzes Stück näherkommen.

Der nächste und letzte literarisch-musikalische Nachmittag findet kurz vor Heiligabend, am Samstag, 22. Dezember, statt. Dann läutet der Kinderchor des Saarländischen Staatstheaters unter Leitung von Mauro Barbierato die wohl schönste Zeit des Jahres ein.

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