Saarbrücker Feuerwehr-Chef schaltet einen Anwalt ein

Unruhe in der Feuerwehr : Abgesetzter Wehrführer wehrt sich

Die Saarbrücker Feuerwehr ist in Unruhe: Nach dem Chef der Berufsfeuerwehr ist nun auch der Leiter der freiwillen Feuerwehr in einer juristischen Auseinandersetzung mit der Stadtverwaltung.

Die Stadtverwaltung hat den Wehrführer der Saarbrücker freiwilligen Feuerwehr, Marc Denzer, mit Überbringung eines offiziellen Verwaltungsschreibens vom Dienst beurlaubt (wir berichteten) und ihm zugleich seine Ausrüstung, bestehend aus einem Kommandowagen, einem Funkgerät und Schlüsseln zu seinem Büro in der Feuerwache 1 der Berufsfeuerwehr, weggenommen. Als Grund für diese Maßnahme nannte der städtische Sicherheitsdezernent Harald Schindel (Linke) mehrere Dinge. Er wirft dem Stadt-Wehrführer das angeblich unberechtigte und eigenmächtige Beförderungen von Feuerwehrleuten, das Verpassen wichtiger Termine, ein Zerwürfnis mit seinen Stellvertretern und Löschabschnittsführern vor. Auch ein mehrstündiges Zuspätkommen ausgerechnet bei dem Einsatz in Altenkessel, als das Feuerwehrgerätehaus der dortigen Wehr ausbrannte, kreidet Schindel dem Wehrführer an.

Marc Denzer hatte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert und eine spätere Stellungnahme angekündigt. Inzwischen hat er unserer Zeitung schriftlich mitgeteilt: „Ich hab mich nach umfassender anwaltlicher Beratung dazu entschieden, gegen den Bescheid und die Vorwürfe juristisch vorzugehen.“ Nähere Details wollte er telefonisch erläutern, war aber für die Redaktion nicht zu erreichen.

Unterdessen hat die Absetzung des Wehrführers heftige Reaktionen ausgelöst. In mehreren Zusendungen an die Redaktion wird bedauert, dass es keine erfolgreiche Mediation gegeben habe und nun die Feuerwehr wieder in die Schlagzeilen geraten sei, nachdem bereits die Ablösung des Chefs der Berufsfeuerwehr für Diskussionen gesorgt hat. Das Interesse an dem Fall ist jedenfalls sehr groß und führt auch zu Debatten in anderen Feuerwehren des Landes.

Denzer wurde von der Stadt eine Frist von zwei Wochen zur Abgabe einer Stellungnahme und von vier Wochen für einen Widerspruch eingeräumt. Welche Möglichkeit er nutzen wird, ließ er offen. An einen freiwilligen Rücktritt denkt er aber offensichtlich nicht. Demnach geht der Streit in eine nächste Runde.

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