Kurden protestieren: Demonstration in Saarbrücken gegen Türkei

Nach begonnener Militäroffensive : Aufgebrachte Kurden starten spontane Anti-Türkei-Demo in Saarbrücken

An die 200 Menschen haben mit einer Protestkundgebung vor der Europa-Galerie auf den Einsatz des türkischen Militärs gegen Kurden in Nord-Syrien demonstriert.

Zu einer unangemeldeten Demonstration gegen den Militäreinsatz der Türkei in Nord-Syrien gegen Kurden haben sich am Mittwochabend (9. Oktober) zahlreiche Kutden in Saarbrücken versammelt. Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten sich die ersten Teilnehmer gegen 18.45 Uhr vor der Europa-Galerie in Nähe des Hauptbahnhofs versammelt. Rasch sei die Menge der spontanen Kundgebung auf geschätzte 200 Menschen angestiegen. Bis kurz nach 20 Uhr sollen hauptsächlich Kurden mit Plakaten und Transparenten gegen die türkische Militäroffensive protestiert haben. Die Stimmung sei ziemlich aufgeheizt gewesen. Letztlich ging die Demonstration aber friedlich zu Ende, sagt der Behördensprecher.

Auslöser war der an diesem Tag gestartete Militäreinsatz der Türkei im Norden Syriens, der sich im Grenzgebiet gegen die Kurden richtet. Insbesondere bekämpfen die Soldaten die kurdisch YPG-Miliz, den die Regierung in der Hauptstadt Istanbul für einen Ableger der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK einstuft. Mit den Angriffen solle eine Sicherheitszone für syrische Flüchtlinge in der Region zwischen Türkei und Syrien geschaffen werden, verteidigte Präsident Recep Tayyip Erdogan die Offensive.

Immer wieder kommt es zu Spannungen zwischen Türken und Kurden. Blutige Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Kurden bezichtigen die türkische Regierung, ihr Volk zu unterdrücken.