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Klimaschutz
Saarbrücken ehrt die jüngsten Klimaretter

Die Gewinner des städtischen Klimaschutzwettbewerbs nahmen im Rathausfestsaal ihre Auszeichnunen entgegen.
Die Gewinner des städtischen Klimaschutzwettbewerbs nahmen im Rathausfestsaal ihre Auszeichnunen entgegen. FOTO: Iris Maria Maurer
Saarbrücken. Stadt zeichnete Schulen und Kitas für wegweisende Aktionen zum Schutz der Atmosphäre aus. 2018 gibt es eine Neuauflage.

Ständig erschüttern uns Nachrichten über Naturkatastrophen: Menschen verhungern, weil es nicht regnet. Oder aber Überschwemmungen zerstören ihre Lebensgrundlage. Das Eis, auf dem wir wandeln, wird immer dünner – für Mensch und Tier. Wie wichtig der Klimaschutz ist, wissen oft die Jüngsten besser als die Erwachsenen. Denn: Früh übt sich, wer ein Klimaschützer werden will. So hat das Amt für Klima- und Umweltschutz der Stadt Saarbrücken seit 2016 den Wettbewerb „KlimaKids“ ausgeschrieben und dafür 15 000 Euro Preisgeld bereitstellt. Der Wettbewerb ermöglicht den Kindern, etwas über den Einfluss ihres täglichen Lebens auf das Klima zu lernen, und ermutigt sie, Vorbild für ihre Eltern sowie für Klimapolitiker zu sein.


Jetzt zeichnete die Stadt insgesamt elf Projekte und fünf Einrichtungen aus. Das Engagement einer Schule beeindruckte die siebenköpfige Jury um Umweltdezernent Thomas Brück besonders: das der Grundschule Scheidt. Sie räumte mit ihren Projekten „Sammeln von Kinder-Meilen“, „Energiedetektive“ und „Recycling und Mülltrennung“ alle ersten Preise ab. Und zwar gleich zweimal einen ersten Preis in der Kategorie Einzelprojekte und zusätzlich den ersten Platz für das Gesamtengagement. Jede Klasse ernannte Energiedetektive. Sie hatten die Aufgabe, in den jeweiligen Klassenräumen Energiefresser zu finden und diese auszuschalten. Da prüften Kinder beim Verlassen der Klassenräume, ob das Licht ausgeschaltet war und ob alle Stromverbraucher auch richtig ausgeschaltet waren und nicht auf „Standby“ standen.

Oder die Energiedetektive sorgten fürs richtige Lüften. Was bedeutet, die Fenster kurz und weit zu öffnen, statt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Außerdem sammelten die Kinder eine Woche lang sogenannte „Grüne Meilen“ für jeden zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegten Weg. „Grüne Meilen“ bekamen die Kinder auch für weitere umweltfreundliche Verhaltensweisen, wie zum Beispiel die Ernährung mit Lebensmitteln aus der Region.



Auch die Kita Franzenbrunnen hatte sich mit ihren Projekten hervorgetan. Es gab neben den Energiedetektiven ein Projekt zum nachhaltigen Umgang mit dem Wasser sowie die Aktion „Gesunde regionale und klimafreundliche Ernährung“. Für ihr Engagement wurde die Kita mit jeweils dem zweiten Preis für ihr Einzelprojekt und ihr Gesamtengagement ausgezeichnet. Für die beiden Projekte „Grünes Klassenzimmer“ und „Wir bauen eine Wetterstation“ bekam der sozialpädagogische Bereich der Freiwilligen Ganztagsgrundschule Folsterhöhe  den dritten Platz für sein Gesamtengagement. Den vierten Platz in dieser Kategorie teilten sich die Gebundene Ganztagsgrundschule Dellengarten und die Grundschule Herrensohr, die ebenso einen zweiten Platz für ihr Einzelprojekt erhielt. „Klimaschutz geht uns alle an und kann die Welt vor folgenschweren Klimaveränderungen schützen. Es hat sich bereits bei unserem ersten Wettbewerb 2016 gezeigt: Je früher die Kinder lernen, mit Energie und Ressourcen sparsam umzugehen, desto leichter übernehmen sie ein umwelt- und klimabewusstes Verhalten“, sagte Umweltdezernent Thomas Brück. Es sei bekannt, dass sich durch richtiges Nutzerverhalten bis zu 20 Prozent der Kosten für Energie und Wasser sparen lassen. Deshalb sei das Preisgeld eine gute Investition in die Zukunft.

Den Wettbewerb gibt es auch 2018. Die städtischen Grundschulen und Kitas können sich bis zum 25. Juni 2018 beim Amt für Klima- und Umweltschutz bewerben.