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Abdullah kann bald Fußball spielen

Abdullah kann bald Fußball spielen

Homburg/Riegelsberg. Der kleine Abdullah sitzt bei der Pressekonferenz zunächst brav bei seiner Mama auf dem Schoß. Alles dreht sich um ihn, das versteht der Vierjährige schon. Vor allem geht es darum, dass es ihm jetzt viel besser geht

Homburg/Riegelsberg. Der kleine Abdullah sitzt bei der Pressekonferenz zunächst brav bei seiner Mama auf dem Schoß. Alles dreht sich um ihn, das versteht der Vierjährige schon. Vor allem geht es darum, dass es ihm jetzt viel besser geht. Denn der Junge wurde dank der Aktion "Hilfe für Einzelschicksale", die der Dillinger Mohammed Ghodstinat betreut, und des Hilfsfonds "Ein Herz für Kinder" des Springer Verlages am Herzen operiert.

Die Professoren Hashim Abdul-Khaliq (Direktor der Klinik für Kinderkardiologie) und Hans-Joachim Schäfers (Direktor der Klinik für Thorax- und Herz-Gefäßchirurgie) erläuterten, wie die Operation des kleinen Abdullah verlaufen ist.

Seine Eltern, Samar und Alaa Sadeq, sind Flüchtlinge aus dem Irak, die in Rumänien Zuflucht gefunden haben. Dort konnte dem kleinen Jungen anhand einer stabilisierenden Voroperation zunächst ein bisschen geholfen werden. Doch für den eigentlichen, großen Eingriff kam nur ein hochspezialisiertes Team in Frage, wie es beispielsweise am Uniklinikum in Homburg bereit steht. Die Problemstellung war selbst für einen routinierten Chirurgen wie Professor Schäfers sehr komplex. Denn nicht nur, dass Abdullah nur über eine einzige Herzkammer verfügt - bei ihm sind die Organe auf der "falschen Seite" angebracht, so dass bei der rund dreistündigen OP nicht nur auf Herz und Lunge geachtet werden musste, sondern auch noch auf die richtige Versorgung der übrigen Organe, die ja nun mal andersherum lagen als üblich. "Er dürfte für die kommenden 20, 30 Jahre nicht nur Fußball spielen können, sondern auch bei allen Dingen mitmachen, die seine Altergenossen auch tun", sagte Schäfers. Es sei ohnehin ein Glücksfall, dass Abdullah überlebt habe, zumal bei dieser Art von Herzproblemen die Sterblichkeit bei 90 Prozent liege, informierte Schäfers.

Die Eltern waren überglücklich. "Das Kind ist seit seiner Geburt der Mittelpunkt unseres Lebens", gestand die Mutter, "wir konnten an nichts anderes denken, als dass ihm irgend jemand helfen sollte." Dies gelang auch mit dem Engagement von Monika Funk aus Riegelsberg von der Elterninitiative Herzkrankes Kind, die Räume in der Villa Kunterbunt seit November kostenlos der Familie zur Verfügung gestellt hatte. 30 000 Euro kostet eine solche OP, am teuersten sind die aufwändigen Voruntersuchungen an den Geräten. 11 500 Euro kamen vom Springer-Verlag, 5000 Euro aus dem Saarland über Mohammed Ghodstinats Engagement zusammen. maa