Bauverzögerung in Güdingen: Öffnet die Schleuse tatsächlich?

Bauverzögerung in Güdingen : Öffnet die Schleuse tatsächlich?

Die Arbeit an der Güdinger Schleuse verzögerte sich mehrmals. Morgen könnte sie geöffnet werden.

  In Güdingen ist Schluss, hieß es in den vergangenen zehn Monaten für Schiffe auf der Saar. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Saarbrücken sanierte die Schleuse. Die beliebten Schiffsfahrten von Saarbrücken nach Saarguemines waren nicht möglich. Nun stehen die Arbeiten nach langen Verzögerungen und mehreren verschobenen Öffnungsterminen vor dem Abschluss. Ab morgen könnten Schiffe auf der Saar wieder freie Fahrt haben – zumindest vorläufig. „Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Sperrung am Freitag aufgehoben werden kann“, sagt Albert Schöpflin, Leiter des WSA.

Bereits im Oktober des vergangenen Jahres begannen die Arbeiten an der Güdinger Schleuse. Das Mauerwerk, die Schleusentore und der Antrieb wurden saniert. Kein einfaches Unterfangen. Die Schleuse stammt aus dem Jahr 1863 und steht seit 1994 unter Denkmalschutz. „Das Mauerwerk soll soweit es irgendwie möglich ist erhalten bleiben“, sagt Eleonore Bernading, Projektverantwortliche vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Deshalb musste jeder einzelne Stein herausgetrennt, abgeklopft und überprüft werden. Das vorsichtige Vorgehen sei äußerst zeitaufwendig gewesen, sagt Bernarding.

Zunächst sollte die Schleuse bereits am 30. Mai wieder geöffnet werden. Doch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt musste den Termin verschieben. Ursache war das Wetter. „Wegen der kalten Witterung im Frühjahr konnte der ursprüngliche Termin nicht eingehalten werden“, sagt Eleonore Bernading. Sechs Wochen Arbeitszeit seien wegen der kalten Witterung verloren gegangen.

Als neuen Öffnungstermin nannte das WSA den 7. Juli. Doch auch dieser Termin konnte letztlich nicht eingehalten werden. Der Grund: Eines der neuen Stahltore der Schleuse hatte sich bei den letzten Einstellarbeiten vor der Abnahme verzogen. Wer letzten Endes die Schuld an dem Defekt trägt, sei noch nicht eindeutig geklärt, erklärt Bernarding. Es sei jedenfalls ein Fehler einer der beauftragten Firmen gewesen, sagt Albert Schöpflin. Nun könnte die Schleuse morgen schließlich geöffnet werden. Ob es tatsächlich so weit ist, ist aber noch nicht sicher.

Wenig optimistisch klingt Günter Emmer, der mit seinem Unternehmen Schiffstouren auf der Saar anbietet. „Ich traue der Sache noch nicht“, sagt Emmer. „Es hieß ja auch kurz vorm 7. Juli, dass die Schleuse nun geöffnet werde und dann wurde es wieder um einen Monat verschoben.“ Für ihn und sein Unternehmen sei die lange Bauphase vor allem in finanzieller Hinsicht eine Riesenkatastrophe. Es sei für seine Kunden einfach ein viel größerer Reiz mit dem Schiff nach Frankreich zu fahren als nach Völklingen oder Saarlouis. Dass die beliebten Winter-Touren auf den Weihnachtsmarkt in Saarguemines ausgefallen sind, sei schon schlimm genug gewesen. Er habe allerdings nicht damit gerechnet, dass er die Strecke auch in den Sommermonaten nicht nutzen kann.

Selbst wenn die Schleuse morgen in Betrieb gehen sollte, würde die Öffnung nicht von langer Dauer sein. Bislang wurde nämlich nur die Schleusenmauer saniert, die an den Fußgänger- und Fahrradweg grenzt. Die zweite Mauer, die an der Insel liegt, will das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in einer weiteren Bauphase sanieren. Die zweite Phase wird laut Bernarding voraussichtlich im Herbst beginnen und soll bis etwa April 2018 dauern – wenn es nicht zu Verzögerungen kommt.

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