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Vom Instinkt ins Abseits geführt

Vom Instinkt ins Abseits geführt

Über Hoffnung und Enttäuschung, über Geld und kein Geld philosophiert SZ-Redakteur Alexander Manderscheid.

Aus Vergesslichkeit und auch ein bisschen aus Faulheit hatte ich kein Bargeld dabei, ein paar Münzen in der Hosentasche vielleicht, aber sicher nicht genug für die Kekse, die ich gerade dringend haben wollte. Also bin ich rüber auf die andere Straßenseite, weil dort am Tag zuvor ein Euro auf dem Boden lag. Ich! Das machen Katzen: an Stellen gehen, wo sie vorher mal etwas zu fressen gefunden haben. Lasse ich mich zu sehr von meinen Instinkten leiten? Das Kopfschütteln meiner Freundin über angeblich irrationales Verhalten, das ich an den Tag lege, und die trotz zigfacher Enttäuschung ungebrochene Hoffnung in meinen Lottoschein sind zwei von vier weiteren Gründen, die mich dazu bringen sollten, das etwas genauer zu untersuchen. Oder fünf. Denn sich zu sehr von Instinkten leiten zu lassen, kann ordentlich in die Hose gehen. Heraus kommen dann solche Sachen wie das hier, das Sie jetzt lesen mit der Hoffnung, dass es Ihnen irgendetwas bringen könnte - vielleicht weil Sie von mir an dieser Stelle schon mal etwas Gutes gelesen haben. Aber, wissen Sie, ich habe am Tag danach auch keinen neuen Euro mehr gefunden.