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So kann’s gehen
In Saarbrücken gehen die Uhren anders

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Uhren sollten einem anzeigen, was die Stunde geschlagen hat. Tun sie aber nicht immer. Zumindest nicht in Saarbrücken. Von Jörg Wingertszahn

Wenn Zeit das ist, was man auf der Uhr abliest, wie Albert Einstein einmal sagte, dann stehen wir in Saarbrücken gerade ziemlich dumm da. Die Uhr der Evangelischen Kirche am St. Johanner Markt geht nämlich  nicht, sie steht. Seit einem dreiviertel Jahr zeigt sie zwei vor zwölf an. Das kann aber unmöglich etwas mit dem Marder zu tun haben, der in Dudweiler die Stromkabel durchgebissen hat, wonach jede Menge Wecker stehen geblieben sind. Denn die Uhr an der Schlosskirche geht auch nicht richtig. Sie ist der Zeit um eine Stunde voraus. Sollte es uns zu denken geben, dass ausgerechnet die Kirchenuhren nicht oder nur falsch gehen? Die katholische Kirche denkt ja in Jahrtausenden, eine Stunde mehr oder weniger – was soll’s? Das werden sich auch die Serben und Kosovaren neulich gedacht haben, als sie zu wenig Strom ins europäische Stromnetz eingestellt haben, was zu Schwankungen führte. Danach sind auch viele Uhren stehen geblieben. Vielleicht haben die Serben und Kosovaren aber einfach nur alle ihre Marder losgelassen. Auf ihre Weise richtige kleine Stromfresser.