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Mittelaltermarkt in Kutzhof
Ganz schön unfinster, dieses Mittelalter

Was für niedliche kleine Schoßhündchen: Viele Besucher des Kutzhofer Mittelaltermarktes sprachen Thomas Theis aus Saarwellingen auf seine drei beeindruckenden Irischen Wolfshunde an.
Was für niedliche kleine Schoßhündchen: Viele Besucher des Kutzhofer Mittelaltermarktes sprachen Thomas Theis aus Saarwellingen auf seine drei beeindruckenden Irischen Wolfshunde an. FOTO: Andreas Engel /
Kutzhof. Buntes Treiben, originelle Kostüme, Gaukler, Musik und eine Auszeit vom Alltag beim Lagerleben: In Kutzhof war Mittelaltermarkt. Von Andreas Engel

Mittelalterliches Treiben, mit allem, was dazu gehört: Der Kutzhofer Mittelaltermarkt versetzte am Wochenende die vielen Besucher aus dem 21. Jahrhundert ein paar Jahrhunderte zurück in eine Zeit, in der es finster in der Nacht und meist mühselig am Tage gewesen war – aber durchaus auch fröhlich, zumal an den vielen Festen und Feiertagen, die es im Mittelalter gegeben hatte.


Zum 6. Mal veranstaltete Sascha Rech-Jablonski mit seinen Unterstützern den Kutzhofer Mittelaltermarkt, zum zweiten Mal rund um die Pfarrkirche des Heiligen Jakobus des Älteren. Eine gute Lösung, wie sich am Wochenende wieder zeigte. Die Freiwillige Feuerwehr Kutzhof sorgte für „gar köstliches Mahl“ zu erschwinglichen Preisen, und, das freute Rech-Jablonski besonders, der Fußballverein Kutzhof stellte seine sanitären Anlagen am nahe gelegenen Sportplatz zur Verfügung: „Das Anmieten eines Toilettenwagens konnten wir uns auf diese Weise sparen.“

Zu den Menschen, die einen Mittelaltermarkt erst zu einem sehenswerten Ereignis machen, gehören zum Beispiel Manfred Erlenmeier und Susanne Schöndorf, zwei aus einer stattlichen Schar von Mittelalterfreunden, die sich in Kutzhof jedes Jahr der beliebten „Lagerey“ hingeben. Das bedeutet, sie leben zwei, drei Tage in Zelten und kochen auf Lagerfeuern, tragen rauhe, manchmal kratzige Kleidung, die mittelalterlicher Mode nachempfunden ist.



„Man ist so ganz und gar raus aus dem Alltag“, erzählt Erlenmeier, im Zivilberuf Bademeister. Die Reduzierung auf das Wesentliche seien solche Treffen, kein Schnickschnack, es sei wie Urlaub nicht nur vom Alltag, sondern auch vom Überfluss.

Susanne Schöndorf, Krankenschwester von Beruf, freut sich jedes Jahr auf die mittelalterliche Auszeit mit „Verzicht und einfachem Leben“. Sie freue sich allerdings nach dem Mittelaltermarkt auch darauf, im warmen Zimmer zu sitzen und per Knopfdruck zum Beispiel die Spülmaschine oder das Radio anmachen zu können. Mittelalter sei doch schon anstrengend.

Das Flanieren über den kleinen, aber feinen Mittelaltermarkt rund um die Kirche war mal wieder ein echtes Vergnügen. Jede kennt jeden, jeder scherzte, und jeder freute sich über das wunderbare Herbstwetter mit einem Farbenspiel, das für einen mittelalterlichen Markt geradezu geschaffen schien. Vorbei an der „Räucherey Hexenkessel“ mit Düften vermutlich aus aller Welt, hin zu den Salben gegen oder für alles, je nach dem, gelangte man direkt zum Trinkparadies des Alkoholix, der neben berauschenden Getränken auch die fürs Mittelalter eher untypische Coca-Cola vorhielt. Dazwischen fanden sich geschmackvoller Schmuck und eine Vielzahl von Accessoires, oft mit Bezug zum Mittelalter.

Feuerschau am Samstagabend, Gaukler und viel Musik trugen ebenfalls zu einem schönen Fest bei. Und auch die vielen Gäste und neugierigen Besucher aus nah und fern.

Ohne Vogt Rainer Trappmann, hier mit seiner Familie an der Tafel im Vogt-Zelt,  läuft nichts beim Mittelaltermarkt in Kutzhof. Von links: Kerstin und Claudia Trappmann, Vogt Rainer Trappmann und Johannes Schäfer.
Ohne Vogt Rainer Trappmann, hier mit seiner Familie an der Tafel im Vogt-Zelt, läuft nichts beim Mittelaltermarkt in Kutzhof. Von links: Kerstin und Claudia Trappmann, Vogt Rainer Trappmann und Johannes Schäfer. FOTO: Andreas Engel /
Gerhard Fahl, der Korbflechter vom Hochwald, bei seiner Arbeit. Sein Metier ist tatsächlich schon Jahrhunderte alt, Körbe aus Weidengeflecht waren schon im Mittelalter gebräuchlich.
Gerhard Fahl, der Korbflechter vom Hochwald, bei seiner Arbeit. Sein Metier ist tatsächlich schon Jahrhunderte alt, Körbe aus Weidengeflecht waren schon im Mittelalter gebräuchlich. FOTO: Andreas Engel
Aaron von der Rolle ließ als Gaukler, auf einem Brett balancierend, Kegel und Bälle rotieren.
Aaron von der Rolle ließ als Gaukler, auf einem Brett balancierend, Kegel und Bälle rotieren. FOTO: Andreas Engel /