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Mittelaltermarkt in Kutzhof
Ganz schön unfinster, dieses Mittelalter

Was für niedliche kleine Schoßhündchen: Viele Besucher des Kutzhofer Mittelaltermarktes sprachen Thomas Theis aus Saarwellingen auf seine drei beeindruckenden Irischen Wolfshunden an.
Was für niedliche kleine Schoßhündchen: Viele Besucher des Kutzhofer Mittelaltermarktes sprachen Thomas Theis aus Saarwellingen auf seine drei beeindruckenden Irischen Wolfshunden an. FOTO: Andreas Engel /
Kutzhof. Der Mittelaltermarkt in Kutzhof bietet buntes Treiben, originelle Kostüme, Gaukler, Musik und eine Auszeit vom Alltag beim Lagerleben. – Für Kurzentschlossene: Der Mittelaltermarkt dauert diesen Sonntag, 7. Oktober, noch bis 18 Uhr. Von Andreas Engel

Mittelalterliches Treiben, mit allem, was dazu gehört: Der Kutzhofer Mittelaltermarkt versetzte am Wochenende die vielen Besucher aus dem 21. Jahrhundert ein paar Jahrhunderte zurück in eine Zeit, in der es finster in der Nacht und meist mühselig am Tage gewesen war – aber durchaus auch fröhlich, zumal an den vielen Festen und Feiertagen, die es im Mittelalter gegeben hatte.


Zum 6. Mal veranstaltete Sascha Rech-Jablonski mit seinen Unterstützern den Kutzhofer Mittelaltermarkt, zum zweiten Mal rund um die Pfarrkirche des Heiligen Jakobus des Älteren. Eine gute Lösung, wie sich am Wochenende wieder zeigte. Die Freiwillige Feuerwehr Kutzhof sorgte für „gar köstliches Mahl“ zu erschwinglichen Preisen, und, das freute Rech-Jablonski besonders, der Fußballverein Kutzhof stellte seine sanitären Anlage am nahe gelegenen Sportplatz zur Verfügung: „Das Anmieten eines Toilettenwagens konnten wir uns auf diese Weise sparen.“

Zu den Menschen, die einen Mittelaltermarkt erst zu einem sehenswerten Ereignis machen, gehören zum Beispiel Manfred Erlenmeier und Susanne Schöndorf, zwei aus einer stattlichen Schar von Mittelalterfreunden, die sich in Kutzhof jedes Jahr der beliebten „Lagerey“ hingeben. Das bedeutet, sie leben zwei, drei Tage in Zelten und kochen auf Lagerfeuern, tragen rauhe, manchmal kratzige Kleidung, die mittelalterlicher Mode nachempfunden ist.



„Man ist so ganz und gar raus aus dem Alltag“, erzählt Erlenmeier, im Zivilberuf Bademeister. Die Reduzierung auf das Wesentliche seien solche Treffen, kein Schnickschnack, es sei wie Urlaub nicht nur vom Alltag, sondern auch vom Überfluss.

Susanne Schöndorf, Krankenschwester von Beruf, freut sich jedes Jahr auf die mittelalterliche Auszeit mit „Verzicht und einfachem Leben“. Sie freue sich allerdings nach dem Mittelaltermarkt auch darauf, im warmen Zimmer zu sitzen und per Knopfdruck zum Beispiel die Spülmaschine oder das Radio anmachen zu können. Mittelalter sei doch schon anstrengend.

Das Flanieren über den kleinen, aber feinen Mittelaltermarkt rund um die Kirche war mal wieder ein echtes Vergnügen. Jede kennt jeden, jeder scherzte, und jeder freute sich über das wunderbare Herbstwetter mit einem Farbenspiel, das für einen mittelalterlichen Markt geradezu geschaffen war. Vorbei an der „Räucherey Hexenkessel“ mit Düften vermutlich aus aller Welt, hin zu den Salben gegen oder für alles, je nach dem, direkt zum Trinkparadies des Alkoholix, der neben berauschenden Getränken auch die fürs Mittelalter eher untypische Coca-Cola vorhielt. Dazwischen fand sich geschmackvoller Schmuck und eine Vielzahl von Accessoires, oft mit Bezug zum Mittelalter.

Feuerschau am Samstagabend, Gaukler und viel Musik trugen ebenfalls zu einem schönen Fest bei, wie die vielen Gäste und neugierigen Besucher aus nah und fern.

Ohne Vogt Rainer Trappmann, hier mit seiner Familie an der malerisch gedeckten Tafel im Vogt-Zelt; läuft nichts beim Mittelaltermarkt in Kutzhof; von links: Kerstin und Claudia Trappmann, Vogt Rainer Trappmann und Johannes Schäfer.
Ohne Vogt Rainer Trappmann, hier mit seiner Familie an der malerisch gedeckten Tafel im Vogt-Zelt; läuft nichts beim Mittelaltermarkt in Kutzhof; von links: Kerstin und Claudia Trappmann, Vogt Rainer Trappmann und Johannes Schäfer. FOTO: Andreas Engel /
Gerhard Fahl, der Korbflechter vom Hochwald, bei seiner Arbeit. Zum Flechten nimmt er übrigens Weiden, keine Barthaare.
Gerhard Fahl, der Korbflechter vom Hochwald, bei seiner Arbeit. Zum Flechten nimmt er übrigens Weiden, keine Barthaare. FOTO: Andreas Engel
Aaron von der Rolle ließ als Gaukler, auf einem Brett balancierend, Kegel und Bälle rotieren.
Aaron von der Rolle ließ als Gaukler, auf einem Brett balancierend, Kegel und Bälle rotieren. FOTO: Andreas Engel /