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Raus aus der Bergaufsicht
Erstmal muss man Löcher zustopfen

 Die Absinkweiher am Schacht St. Charles in Großrosseln, vor allem der kleinere der beiden (im Bild), haben sich zu einem wertvollen Biotop entwickelt. Vogelkundler haben hier schon ganz seltene Arten beobachtet. 
Die Absinkweiher am Schacht St. Charles in Großrosseln, vor allem der kleinere der beiden (im Bild), haben sich zu einem wertvollen Biotop entwickelt. Vogelkundler haben hier schon ganz seltene Arten beobachtet.  FOTO: BeckerBredel
Großrosseln. Auf der Tagesanlage St. Charles in Großrosseln beginnt die Sanierung. Ziel ist, dass die Fläche aus der Bergaufsicht entlassen werden kann. Von Doris Döpke

Angekündigt ist es schon seit Jahren: Die Tagesanlage St. Charles, zwischen den Großrosseler Ortsteilen Großrosseln und Dorf im Warndt gelegen, soll raus aus der Bergaufsicht, damit man die ausgedehnte Fläche ganz offiziell neu nutzen kann. Inoffiziell haben die Bürger das Gelände längst für sich in Beschlag genommen: Die beiden Schlammweiher auf dem Hochplateau, von dem aus man weit ins Land schauen kann, sind ein beliebtes Spaziergänger-Ziel. Und weil die stillen Wasserflächen sich nach und nach zum Vogel-Paradies entwickelt haben, kommen auch Natur-Liebhaber in der eigenwillig kargen, schwarzen Landschaft auf ihre Kosten.


Aber es geht darum, die Fläche offiziell nutzbar zu machen. Zumal die Gemeinde Großrosseln sie im vorigen Jahr erworben hat, im Rahmen eines mit der RAG ausgehandelten „Kommunalpakets“, das insgesamt 54 Hektar umfasst. Und raus aus der Bergaufsicht kommt das Gelände nur, wenn der frühere Bergbau-Betreiber, die RAG, es so herrichtet, dass niemand dort in Gefahr gerät. Auf die Frage, wann das Sanieren beginnt, gab es bisher nur vage Antworten. Jetzt hat sich das geändert: In den nächsten Tagen geht es los.

Zunächst – so hat die RAG Montan Immobilien (MI) GmbH mitgeteilt, die im Auftrag ihrer Muttergesellschaft RAG die Abschlussbetriebspläne für ehemalige Bergbau-Standorte erarbeitet – gilt es, unterirdisch Stabilität herzustellen. Im Umfeld des Schachtes gibt es Hohlräume, die nicht bleiben dürfen. Die RAG MI hat sie untersucht. Damit ist sie nun fertig.



„Wir haben senkrechte und geneigte Erkundungs- und Verfüllbohrungen zur Lagebestimmung durchgeführt. Die Bohr-Erkenntnisse helfen uns auch dabei, genauer bestimmen zu können, wieviel Baustoff wir zum Verfüllen der Hohlräume benötigen“, erklärt Fred Bier, zuständiger Projektingenieur der RAG MI. Und nun steht das Verfüllen bevor. Die Arbeiten, betont die RAG MI, seien mit der zuständigen Behörde abgestimmt.

Den Auftrag hat die Firma SaarMontan aus Saarbrücken-Jägersfreude erhalten. Voraussichtlich werden rund 600 Kubikmeter Verfüllmaterial benötigt, schätzen die Fachleute. Zwei bis vier Silofahrzeuge pro Tag sollen das Material auf St. Charles anliefern. Dort soll es an Ort und Stelle gemischt und in die schachtnahen Hohlräume eingepumpt werden. Ungefähr zwei bis drei Wochen werden die Arbeiten dauern, kündigt die RAG MI an. Und warnt vorsorglich, es könne dabei „zu etwas Lärm- und Staubentwicklung kommen“. Die Arbeiten an der Oberfläche, insbesondere die Stabilisierung der Weiher-Böschungen, werden nicht so flott über die Bühne gehen. RAG-MI-Prokurist Rudolf Krumm schätzte im vorigen Jahr, dass man sie „mit Glück“ bis Ende 2022 abschließen könne.