„Ich hoffe auf den dritten Turm“

Die Ortsvereine von SPD und den Linken veranstalteten in Friedrichsthal einen Benefizabend, um für den Hoferkopfturm zu sammeln. Vielen Besuchern lag ein Neubau am Herzen, doch es gab auch Kritik.

20 Jahre lang ragte der Hoferkopfturm in Bildstock zum Himmel empor. Etwa 21 Meter war er hoch. Von ihm aus konnten Besucher bei schönem Wetter große Teile des Saarlandes überblicken. Doch die Ära des Friedrichsthaler Wahrzeichens ging am 26. September zu Ende. Die Holzkonstruktion des Turms war morsch und die Sanierungskosten zu hoch. Deshalb wurde der Aussichtsturm abgerissen. Doch viele Friedrichsthaler wollen ihr Wahrzeichen wieder haben. Deshalb veranstalteten SPD und Linke in Friedrichsthal einen Abend für den Hoferkopf unter dem Motto: Kultur, Genuss, Gesundheit.

Bei stimmungsvoller Musik und Kabarett von ,,Dr. Jürgen Albers und die Beat Kult Band" und kulinarischen Genüssen des bekannten Kochs Alexandre Krivaya wollten die Ortsvereine für den Neubau des Hoferkopfturms werben und Spenden sammeln. Bei den Besuchern rannten sie dabei offene Türen ein. Trotz der Fachvorträge von Dr. Rainer Baltes zum Thema Krankheitsprävention und Holger Gettmann, der aus seinem Buch ,,Guide O." referierte, gab es für viele Gäste nur ein Thema: ihr geliebter Hoferkopf.

"Ich war schon auf dem ersten und zweiten und hoffe noch auf den dritten Hoferkopfturm zu kommen", erzählt der 70-Jährige Dieter Schaadt, "Es ist einfach ein Highlight und ein Anziehungspunkt hier in Bildstock. Von dort hat man eine wunderbare Fernsicht."

So ziemlich jeder Friedrichsthaler war mindestens einmal in seinem Leben dort. Denn der Turm bot nicht nur eine sehr schöne Aussicht, um ihn herum entwickelte sich auch eine Gastronomie und Grünanlagen. "Ich war früher oft mit den Kindern dort", sagt Martina Altmeier aus Sulzbach, "da konnte man immer mehrere Stunden verbringen, die Eltern konnten einen Kaffee trinken und die Kinder waren auf dem Spielplatz." Da sie sehr am Hoferkopfturm hängt, will sie den Neubau tatkräftig unterstützen. Die Veranstaltung am Freitag war dabei der erste Schritt.

Ähnlich ging es auch Stephanie Hell, die ein wenig unterhalb des Hoferkopfs wohnt. "Der Hoferkopf ist einfach eine wunderschöne Anlage, und der Turm ist wirklich ein Wahrzeichen, er gehört einfach dazu."

Doch es gab unter den Besuchern auch kritische Stimmen zur Investition in einen neuen Aussichtsturm. "Ich brauche ihn nicht", sagt Klaus Servas dazu, "es gibt auch noch andere Attraktionen. Ich finde, es ist wichtiger, Sachen zu unterstützen, die eher der Öffentlichkeit dienen, wie vielleicht das Schwimmbad." Auch Gabriele Geber ist eher gespalten, was den Neubau angeht. "Es gibt wohl wichtigere Sachen, die erhaltenswert sind. Aber es liegt den Leuten ja am Herzen, wenn es klappt, ist es okay."

Die Mehrheit der Gäste der Veranstaltung war sich aber einig: "Der Hoferkopf ohne Turm ist nicht der Hoferkopf", erklärt Rüdiger Altmeier, "Ich hab' richtig Angst, dass der Neubau wieder so lange dauert wie damals. Das war nämlich eine schlimme Zeit für mich." Deshalb will er auch wie viele andere spenden. Denn: "Ohne Hoferkopf, das ist, als wenn in Paris der Eiffelturm nicht mehr ist."