Handwerkliche Meisterstücke

Unter Sepulkralkultur versteht man Trauer- und Bestattungskultur. In Dudweiler gibt es ein kleines Museum, das sich damit beschäftigt. Und einige interessante Gegenstände präsentiert. Wir haben uns dort umgesehen.

Es ist ein kleines Museum, und den wenigsten Menschen wird der Name "Sepulkralmuseum" etwas sagen. Es verbirgt sich in einem Nebenraum der Alten Einsegnungshalle auf dem Friedhof Dudweiler und wird nur geöffnet, wenn man die Friedhofsverwaltung anruft. Dann kommt einer der Mitarbeiter mit dem alten Bartschlüssel und gewährt Einlass in den Raum, in dem durchaus sehenswerte Kleinode von Saarbrücker Friedhöfen liegen. Für einen groben Überblick reicht ein Blick durchs Fenster, die Exponate sieht man alle auch von außen.

Das Sepulkralmuseum zeigt Beispiele der Friedhofskultur, alte Grabtafeln, Kruzifixe oder ein im Kissen liegendes schlafendes Kind aus weißem Marmor mit schwarzer Patina, eine handwerklich so herausragende Arbeit, dass man sie in Sicherheit bringen wollte. Überhaupt sind hier Stücke zusammengetragen worden, deren dazugehörige Gräber zerfallen sind oder abgeräumt werden mussten, erklärt der stellvertretende Friedhofsleiter Thomas Bouillon beim Ortstermin. Allerdings stammen diese nicht alle aus Dudweiler , sondern auch aus Herrensohr, aus St. Johann oder vom Hauptfriedhof. Kunstvolle Holzkreuze sind dabei, Madonnen aus Marmor, Jesusfiguren und Urnen. Alle Exponate haben gemeinsam, dass sie handwerkliche Meisterstücke sind. Das schlafende Kind liegt in einer Mulde, und der weiße Marmor lädt dazu ein, das Kissen anzufassen. Samtig ist die Oberfläche und doch kalt und hart wie Stein.

Der Bildhauer hat eine tolle Arbeit abgeliefert, findet auch Bouillon. So etwas müsse erhalten bleiben. In Dudweiler sieht man auch ein Kreuz, eingewachsen in eine Pflanze, umwuchert von Holz. Ein neues Kunstwerk, geschaffen von der Natur. Der sitzende Engel nebenan ist ebenfalls fast 150 Jahre alt, eine der ausgestellten Urnen mühevoll aus einem Block geschaffen, ein Akanthusblatt oder ein Lilienfragment bestechen durch Form und Material.

Allen Teilen ist gemeinsam, dass sie alte Handwerkskunst präsentieren, wie es sie heute zum Teil nicht mehr gibt. Das Dudweiler Museum würdigt diese Arbeiten und lädt auch zum Spaziergang über den Friedhof ein. Denn auf vielen alten Gräbern kann man tolle Werke entdecken. Der Reiz liegt im Detail, so wie bei dem sitzenden Engel mit seinen niedergeschlagenen Augen, der die Trauer des Augenblicks über mehr als ein Jahrhundert würdevoll bewahrt hat.