Der saarländische Wald leidet

Waldzustandsbericht 2019 : Hitze setzt dem saarländischen Wald zu

Der Zustand des saarländischen Waldes hat sich in diesem Jahr verschlechtert. Vor allem Sommerdürre und Borkenkäferbefall haben den Bäumen schwer zugesetzt.

Mit der „Goldenen Tanne“ im Gepäck, dem Ehrenpreis der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, war Umweltminister Reinhold Jost (SPD) am Donnerstag gerade rechtzeitig aus Berlin zurück, um in Saarbrücken die Waldzustandserhebung 2019 der Öffentlichkeit vorzustellen. Beim Saarforst-Landesbetrieb versicherte er den anwesenden Förstern, dass er diesen Ehrenpreis für die Zukunftssicherung des Waldes stellvertretend für sie in Empfang genommen habe. So viel zu den positiven Nachrichten. Beim aktuellen Waldzustandsbericht sah es dagegen anders aus.

Wissenschaftlich ist in dem Gutachten festgestellt worden, dass nicht zuletzt der trockene Sommer und der daraus resultierende Käferfraß insbesondere bei den Fichten den saarländischen Forsten erneut mächtig zugesetzt haben. Gerade bei den heimischen Fichten sehe die Entwicklung inzwischen dramatisch aus. Der Anteil der gesunden Bäume habe sich an der Saar mehr als halbiert. Bereits 45 Prozent der Fichten wiesen in diesem Jahr deutliche Schäden auf. „Aber auch bei den Eichen und Buchen sieht es nicht viel besser aus“, so Jost. Bei der Buche zeige die Erhebung zwar vergleichbare Ergebnisse wie im Vorjahr. Das liege aber vor allem daran, dass im Erhebungszeitraum Juni/Juli die beobachteten starken Schäden an Altbuchen noch nicht landesweit auftraten und folglich im Waldzustandsbericht noch gar nicht berücksichtigt werden konnten.

Dass die Wälder des Saarlandes im bundesweiten Vergleich noch mit am besten der Trockenheit und dem Schädlingsbefall trotzen konnten, führt Jost insbesondere auf die vom Saarforst bereits seit Jahrzehnten betriebene naturnahe Bewirtschaftung mit dem Ziel zurück, die aus der Vergangenheit übernommenen Nadelbaumbestände in klimastabilere Mischwälder zu verwandeln. „Mit unserer Baumarten-Zusammensetzung – 75 Prozent Laubbaumanteil – sind wir heute Vorreiter“, so Jost. Die Ergebnisse des neuen Waldzustandsberichts über alle Baumarten ergäben trotzdem ein Schadniveau, das sich leicht verschlechtert habe. Der Anteil der Bäume ohne Schäden sei von 25 Prozent im Vorjahr auf jetzt nur noch 12 Prozent gesunken. Bei allen Baumarten habe sich die Anzahl der Bäume mit gesunder Krone zwar kaum verändert, sie liege bei zirka 20 Prozent, aber viele Bäume, die im Vorjahr noch zur Schadstufe 1 (schwach geschädigt) zählten, habe man in diesem Jahr schon der Stufe 2 (mittelstark geschädigt) zuordnen müssen.

Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD). Foto: Ministerium/ Bauer/S. Bauer

„Angesichts der aktuellen Herausforderungen haben wir einen Masterplan für den saarländischen Wald mit einem Zehn-Punkte-Programm erarbeitet, der ständig auf seine Aktualität überprüft und, wenn notwendig, an neue Situationen angepasst wird“, so Jost. Als Indikator für die Waldgesundheit gelten die im forstlichen Umweltmonitoring untersuchten Nadel- und Blattverluste. Auch dieses Jahr hätten Experten der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Trippstadt in Kooperation mit dem Saarforst-Landesbetrieb die umfangreichen wissenschaftlichen Daten über den Gesundheitszustand des saarländischen Waldes erhoben.