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Restaurant Masons in Saarbrücken
Curry, Couscous oder Dibbelabbes?

Hagen Maurer und Wiebke Hamm haben sich mit einem Restaurant am St. Johanner Markt selbstständig gemacht.
Hagen Maurer und Wiebke Hamm haben sich mit einem Restaurant am St. Johanner Markt selbstständig gemacht. FOTO: Masons
Saarbrücken . Im Masons, einem Restaurant am St. Johanner Markt in Saarbrücken, hat sich ein junges Paar einen Traum erfüllt. Ihr Konzept ist einzigartig: 32 Gerichte aus allen Kontinenten. Von Patricia Heine

Gänsehaut. Hagen Maurer und Wiebke Hamm sehen wieder die volle Reservierungsliste. „Anfang der Woche sind wir schon ausgebucht für Samstag“, erzählt Wiebke Hamm. Sieben Monate nach der Eröffnung ihres ersten eigenen Restaurants – dem Masons am St. Johanner Markt in Saarbrücken. Das war nicht von Anfang an so. Hinter den Restaurantbesitzern liegt eine harte Zeit.


20-stündige Arbeitstage, Restaurant- und Kloputzen statt Unibank drücken und eskalierenden Partynächten. Das würden viele einem Pärchen Anfang und Mitte 20 zuordnen. Doch wer das glaubt, kennt Maurer und Hamm nicht.

32 Gerichte aus aller Welt

Am 1. August vergangenen Jahres haben die beiden ihr Restaurant eröffnet. Mit damals 21 und 25 Jahren. In den Räumen des ehemaligen Tellerrandes in einer Seitengasse des St. Johanner Marktes. Hinter den Mauern haben sie ein Konzept verwirklicht, das im Saarland und darüber hinaus einzigartig ist. 32 Gerichte aus aller Welt stehen auf der Karte des Masons. Daraus kann sich jeder Gast in beliebig vielen Gängen sein eigenes Menü zusammenstellen. Caprese, Couscous, Coleslaw, Sushi, Kaiserschmarrn oder saarländischer Dibbelabbes? Für einen Festpreis können die Gäste so viele Gerichte von der Karte bestellen, wie sie mögen. Von einem „All you can Eat“-Konzept spricht das Inhaberpaar allerdings ungerne. „Der Ausdruck ist oft negativ behaftet“, sagt Maurer. Viele stellten sich darunter ein Buffet vor. Doch hier gibt es Service am Tisch. Jedes Gericht wird als kleine Portion auf einer schwarzen Schieferplatte serviert.

Das Restaurant Masons am St. Johanner Markt in Saarbrücken hat im August 2017 in den ehemaligen Räumen des Tellerrandes eröffnet.
Das Restaurant Masons am St. Johanner Markt in Saarbrücken hat im August 2017 in den ehemaligen Räumen des Tellerrandes eröffnet. FOTO: Patricia Heine


Ein Jahr lang haben Hamm und Maurer an ihrem Konzept getüftelt. Rezepte ausprobiert und verworfen. „Dann muss man einfach machen und überzeugt sein, von dem was man macht“, sagt Maurer. Bloß nicht darüber nachdenken. Dabei müssen die Köpfe der beiden qualmen. Betriebswirt Maurer ist für die Zahlen zuständig. Restaurantmanagerin Hamm für die Kreation der Rezepte. Auf einer Weltreise lernte die Homburgerin in Kochkursen verschiedenste Nationalgerichte kennen. Ihre Erfahrungen passten zu Maurers Idee. Seit er 17 ist, reifte sie in seinem Kopf heran. Als er seine heutige Partnerin kennenlernte, konnte das Abenteuer gemeinsam beginnen.

Wird aus dem Masons eine Systemgastronomie?

Doch zwei Jung-Unternehmern traute in Saarbrücken wohl kaum ein Immobilienbesitzer über den Weg. Ein Objekt für ihr Restaurant zu finden, sei sehr schwierig gewesen. „Die Leute haben unser Alter gesehen und waren skeptisch. Das war schade“, erzählt Maurer. Doch dann schnappten sie am St. Johanner Markt zu. Ihr erspartes Eigenkapital reichte aus.

Sieben Monate später sind die Beiden Chefs über 17 Angestellte. An einem Samstagabend schlemmen rund 90 Gäste in ihrem Restaurant. Toilette putzen müssen die Inhaber nicht mehr. 20 Stunden lang zwischen Küche und Service hin und her rennen auch nicht. „Wir arbeiten mittlerweile viel von zuhause aus“, sagt Hamm. Das ist in Gersweiler. Dort tüfteln sie weiter. Schreiben Bücher, in denen sie Standards festlegen – Regeln für Küche und Service, Hygienevorschriften. Denn: „Wir sind mit dem Gedanken gestartet, das ganze größer zu machen“, sagt Maurer. Von Systemgastronomie redet das Paar. Unterstützer haben sie schon. Ein Stammgast aus Frankfurt ist im Boot, wenn die beiden auch in seiner Heimatstadt ein Masons eröffnen. Ob es weitere Filialen geben wird, bleibt offen. „Wir lassen lieber Taten sprechen“, sagt Maurer.

Die volle Reservierungsliste etwa. Die Gänsehaut. „Wir sind sehr stolz und können es manchmal gar nicht fassen“, sagt Maurer. Aber die beiden wollen auf dem Boden bleiben, sagen sie. Um die Welt reisen – das überlassen sie ihren Gästen.