| 20:23 Uhr

30:28-Sieg gegen TG Waldsee
Am Ende ist der HSV etwas leichtsinnig

Marion Müller (rechts) erzielte im Heimspiel gegen die TG Waldsee zwölf Treffer.
Marion Müller (rechts) erzielte im Heimspiel gegen die TG Waldsee zwölf Treffer. FOTO: Christian Wulf
Püttlingen. Handball-Oberligist Püttlingen hat gegen die TG Waldsee mit 30:28 gewonnen. Der Sieg der Gastgeberinnen war verdient. Dass er so knapp ausfiel, lag daran, dass sie in den Schlussminuten beste Torchancen vergeben haben. Von Philipp Semmler

Was sich knapp anhört, war eigentlich eine deutliche Angelegenheit: Der Handball-Oberligist HSV Püttlingen hat am vergangenen Sonntag vor etwa 70 Zuschauern zuhause den Tabellendrittletzten TG Waldsee mit 30:28 bezwungen. „Unser Sieg war hochverdient“, sagte Trainer Hans-Werner Müller: „Dass er so knapp ausfiel, lag lediglich daran, dass wir in den letzten zehn Minuten etwas leichtsinnig wurden.“


Bis auf die Schlussphase dominierten die Gastgeberinnen die Partie – und das, obwohl die TG Waldsee deutlich besser agierte,  als es ihr Tabellenplatz vermuten ließ. „Der Gegner hat in der Winterpause mit Lena Ebel und Julia Barth zwei Spielerinnen mit Erfahrung in der 2. und 3. Liga verpflichtet. Deshalb ist er deutlich stärker als in der Hinrunde“, erklärte HSV-Trainer Müller. Insbesondere Ebel konnte in der Partie in Püttlingen glänzen: Mit elf Treffern war sie die beste Werferin ihrer Mannschaft.

Noch mehr Treffer bejubeln konnte in dieser Partie aber eine Spielerin der Gastgeberinnen. Trainer-Tochter Marion Müller überwand Gäste-Torfrau Vanessa Peltsch zwölf Mal. Vor allem weil sie nervenstark war: Mit neun von neun verwandelten Siebenmetern hatte Marion Müller eine Hundert-Prozent-Quote vom Punkt. Doch der HSV Püttlingen glänzte nicht nur bei der Verwertung von Siebenmetern. „Vor allem in der ersten Halbzeit fand die Abwehr des Gegners kein Mittel gegen unsere Angriffe“, freute sich Hans-Werner Müller. Von Beginn an drückten seine Spielerinnen  auf das Tempo. Nach sieben Minuten lag der HSV mit drei Toren in Führung (4:1). Kira Martin sorgte mit dem 11:7 nach etwas mehr als einer Viertelstunde für die erste Vier-Tore-Führung der Gastgeberinnen. Bis zur Pause baute der HSV die Führung auf sechs Tore aus (19:13).



Die zweite Halbzeit verlief etwas ausgeglichener. Trotzdem konnte  Püttlingen den Sechs-Tore-Vorsprung bis zum 29:23 nach knapp 50 Minuten halten. Doch dann schlich sich der Schlendrian ein. „Danach haben wir beste Torchancen vergeben. Da werden wir auch noch einmal drüber reden müssen“, kündigte Trainer Müller an. Knapp vier Minuten vor dem Ende war die TG Waldsee bis auf zwei Tore herangekommen (27:29). Dann sorgte Marion Müller 45 Sekunden vor dem Ende mit dem letzten ihrer Siebenmeter und dem 30:27 für die Entscheidung. Das Erbel danach noch das 28:30 aus Sicht der Gäste gelang, war nur noch Ergebniskosmetik.

Durch den Sieg überholte der HSV Püttlingen die am Wochenende spielfreie HSG DJK Marpingen-Alsweiler in der Tabelle. Als Vierter ist Püttlingen nun zumindest bis Donnerstag - dann spielt Marpingen-Alsweiler beim TV Bassenheim - bester Saarverein. „Das freut uns sehr. Wir schauen da schon ein wenig drauf, weil es natürlich eine gesunde Rivalität mit Marpingen-Alsweiler und dem SV Zweibrücken gibt“, erklärte Müller vor Freude strahlend. Zweibrücken ist Tabellenachter.

Am kommenden Sonntag hat der HSV Püttlingen wieder ein Heimspiel – und wieder geht es gegen einen Abstiegskandidaten. Um 16 Uhr empfängt der HSV den Tabellenvorletzten DJK/MJC Trier.