St. Ingbert und der Erste Weltkrieg

Geschichte wird in diesen Tagen in St. Ingbert auffällig häufig bemüht und diskutiert. Da war etwa der etwas misslungene Versuch der SPD St. Ingbert-Süd, der umstrittenen Ingobertus-Statue im Kreisel Ensheimer Straße den Spitznamen "Dicke Berta" zu verpassen. Sofort traten geschichtskundige St

Geschichte wird in diesen Tagen in St. Ingbert auffällig häufig bemüht und diskutiert. Da war etwa der etwas misslungene Versuch der SPD St. Ingbert-Süd, der umstrittenen Ingobertus-Statue im Kreisel Ensheimer Straße den Spitznamen "Dicke Berta" zu verpassen. Sofort traten geschichtskundige St. Ingberter auf den Plan, die diesen Namen als historisch besetzt mit einem riesigen Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg entlarvten. Der Versuch der SPD, einen Leuchtturm im hohen Norden oder sogar den Chef der Europäischen Zentralbank als Erklärung zu bemühen, darf getrost als gescheitert bezeichnet werden.Geschichte des Ersten Weltkrieges könnte man auch im Blick auf die bei der Staatsanwaltschaft anhängigen Rathaus-Affären bemühen. Einer der Hauptakteure, Ex-Oberbürgermeister Georg Jung, ist aus dem Berchtesgadener Land zurück, wie viele St. Ingberter in dieser Woche beim Schlendern in der Fußgängerzone feststellen konnten. Auf einem Logenplatz unter einem Sonnenschirm eines Lokals erklärte er dort heftig gestikulierend einem Journalisten "seines Vertrauens" und anderen offenbar seine Sicht der jüngsten Ereignisse. Von Jung und seiner schwindenden Anhängerschaft wird kolportiert, dass sie glauben, dass das Wahl-Desaster vom November vergangenen Jahres vor allem untreuen Parteifreunden und illoyalen Rathaus-Bediensteten sowie böswilligen Journalisten geschuldet sei. Das erinnert an die "Dolchstoß-Legende", nach der das deutsche Militär den Ersten Weltkrieg nicht auf dem Schlachtfeld, sondern durch Verrat "linker" Politiker an der Heimatfront verloren habe.

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