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Städtepartnerschaft
Premiere für Rebenschnitt im Schnee

 Der Rebenschnitt im Radebeuler Weinberg in St. Ingbert machte auch bei leichtem Schneefall und niedrigen Temperaturen Spaß.
Der Rebenschnitt im Radebeuler Weinberg in St. Ingbert machte auch bei leichtem Schneefall und niedrigen Temperaturen Spaß. FOTO: Selina Summer
St. Ingbert. Zum elften Mal kamen der Radebeuler OB und seine Frau zum Rebenschnitt nach St. Ingbert. Von Selina Carolin Summer

Kalt war es beim Rebenschnitt in der ersten Jahreshälfte schon oft. Im letzten Jahr gab es sogar Eisregen. „Aber Schnee hatten wir noch nie“, sagte Oberbürgermeister Hans Wagner am Samstagmorgen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bert Wendsche aus Radebeul, dessen Frau Sabine, Albrecht Breyer von der Stadtgärtnerei und Giuseppe Cammaroto, dem Inhaber der Trattoria del Postillione trat er an diesem Morgen zum jährlichen „Arbeitstreffen“ am Weinberg an.


„Die Reben müssen geschnitten werden, bevor sie austreiben“, erklärte Bert Wendsche. Seit 2008, dem Jahr des zwanzigjährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Radebeul, gibt es den Weinberg unterhalb der Trattoria del Postillione. Das gemeinsame Rebenschneiden ist inzwischen zu einer Tradition geworden. Mit Sabine Flierl haben sie einen Profi an ihrer Seite. Die gelernte Önologin arbeitet als Weinbautechnikerin und weiß genau, wie die Reben fachgerecht geschnitten, also „erzogen“ werden müssen.

Der Muscat bleu, so der Name der Sorte, ist robust und pflegeleicht und muss weder gedüngt noch gespritzt werden. Um St. Ingberter Wein zu produzieren, reicht der kleine Weinberg leider nicht aus. Daher werden die Früchte in regionalen Brennereien zu Schnaps verarbeitet, wie Wagner erklärte.



Nach dem „Radikalschnitt“ zu Beginn werden die Reben noch zweimal pro Jahr von den Mitarbeitern der Stadtgärtnerei zurückgeschnitten, damit die Trauben genügend Sonne abbekommen. Der obere Teil des Weinbergs gehört zur Trattoria, deren Inhaber sich an der Pflege des städtischen Teils gerne beteiligt. Mit der Unterstützung von Albrecht Breyer kamen sie mit der Arbeit gut voran. Von den Schneeflocken ließ sich die Gemeinschaft bei ihrer Arbeit nicht aufhalten. Die ging bei fröhlichen Gesprächen schnell von der Hand.