Musiker faszinieren durch Vielfalt

Fünf Mandolinen- und Gitarrenensembles konzertierten am Sonntag zu Ehren des 60. Geburtstages ihres Dachverbandes Bund für Zupf- und Volksmusik Saar. Mit dabei waren auch Gastorchester aus Ötigheim und Luxemburg.

Zu Beginn ein leises Gezupfe, das langsam aber sicher wie eine hereinbrechende Welle zu einer geräuschvollen Kulisse anschwellt um dann wieder zu verebben. Mit der gefühlvollen Ouvertüre "Der Kalif von Bagdad" eröffnete die Spielgemeinschaft Mandolinenorchester St. Ingbert und Spiel- und Wanderclub Niederwürzbach das Jubiläumskonzert zum 60-jährigen Bestehen des Bundes für Zupf- und Volksmusik Saar (BZVS). In der Stadthalle St. Ingbert hatten sich am Sonntagabend fünf Formationen zusammengefunden, um dieses Jubiläum zu feiern.

Der BZVS vereint über 45 Vereine mit mehr als 75 Ensembles. Michael Stolz, Vorsitzender des Mandolinenorchesters St. Inbgert, betonte die herausragende Position des Verbandes in der Bundesrepublik: "Das kleine Saarland hat den größeren Bundesländern mal so richtig den Marsch gezupft." Weiter ging es mit dem zweiten Satz "Matsuri" aus der japanischen "Okinava Suite". "Matsuri bedeutet ausgelassenes Fest, das zur Reisernte auch oft im Herbst stattfindet", erklärte Michael Stolz und passe somit perfekt zu dem musikalischen Abend. Hier wurde nicht nur gezupft, auch Stimme und Füße kamen zum Stampfen zum Einsatz. Das gastierende Mandolinen- und Gitarrenorchester Ötigheim aus Baden-Württemberg brachte mit "The Song of Japanese Autumn" ebenfalls den japanischen Herbst nach St. Ingbert, der an manchen Stellen sehr düster wie ein Gewitter klang, an anderen sehr sanfte Töne anschlug. Zuvor hatten sie mit ihrer fröhlich-klingenden "Abendmusik" von Kurt Schwaen den musikalischen Herbstabend eingeläutet. Über eine Zwischenstation in Polen mit dem "Concerto polonaise" ging die Reise mit dem Mandolinenverein Bliesen weiter in den Orient. Bei "Impressione d' Oriente" griff Dirigent Michael Anton selbst zum Instrument und gemeinsam verkörperten die Musiker den hektischen, aber auch geheimnisvollen Orient.

Orchester spielt Pop

Das Mandolinenorchester La Lyre aus Luxemburg begeisterte das Publikum mit moderneren Klängen und bewies, dass man Klassiker wie "Guantanamera" und "When I'm 64" von den Beatles auch auf unkonventionelle Weise originell vertonen kann. Der letzte Teil des Jubiläumskonzertes gehörte den Jugendlichen. Das Saarländische Jugendzupforchester führte die Reise durch Südeuropa mit "Rumba Catalan" und "Les filles de Cadix" fort. Die jugendlichen Musiker stammen aus den BZVS-Vereinen und haben größtenteils schon Preise bei dem Wettbewerb "Jugend musiziert" gewonnen. So stellten auch einige Solisten, wie Pablo Hubertus an der Violine, ihr musikalisches Können unter Beweis.

Die Musiker nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise um die Welt und zeigten wie vielseitig - von fröhlich-springenden zu dunkel-getragenen Klängen -das Mandolinen- und Gitarrenspiel sein kann.