Hand in Hand – Hilfe zum Leben

Noch bis zum 21. November gehen die Hospiztage in der Saarpfalz. Es geht darum, einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, dass niemand mit dem Thema Tod alleine gelassen wird. Das gilt sowohl für die schwerstkranken Menschen selbst als auch für ihre Angehörigen.

Gute Literatur, so sagte der jüngst verstorbene Kritiker und Literatur-Experte Marcel Reich-Ranicki, handele entweder von der Liebe oder vom Tod. Alles andere sei Mumpitz. Nur, dass die Menschen sich lieber mit der Liebe als mit dem Tod beschäftigen.

Beiden Phänomenen, so glaubt man, sei man mehr oder weniger hilflos ausgesetzt. Nun, gegen die Liebe hilft vermutlich auch kein psychologischer Beistand, beim Tod hingegen kann man Hilfe bekommen. Und zwar kompetente Unterstützung, sowohl beim Umgang mit dem eigenen Tod als auch Unterstützung für die Angehörigen, die Abschied nehmen müssen. Niemand solle mit seinen Sorgen um den Abschied eines geliebten Menschen alleine gelassen werden, sagt Gabriele John-Neumann vom Ökumenischen Ambulanten Hospiz-Dienst Saarpfalz mit Sitz in Homburg.

Sie war zusammen mit Andreas Heinz, dem Leiter des Caritas-Zentrums Saarpfalz, der ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterin Elisabeth Vogelgesang und der Hospizschwester Ursula Schuck zu Gast in unserer Redaktion. Es ging darum, die 6. Hospiztage im Saarpfalz-Kreis vorzustellen, die noch bis zum 21. November mit verschiedenen Veranstaltungen auf sich aufmerksam machen.

Sie stehen unter dem Motto "Hand in Hand - Gemeinsam für einen würdigen Abschied". Eröffnet wurden sie bereits vor einer Woche im Homburger Forum, nun stehen die einzelnen Vorträge, Wanderungen, ein Film und eine Kabarettvorstellung auf dem Programm.

Das Ziel der Hospiztage im Saarpfalz-Kreis ist es, die bestehenden Netzwerke zu stärken und alle hospizlichen Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. "Wir wollen die Menschen mit ihren Fragen und Nöten nicht alleine lassen. Die Hospiztage bieten deshalb die Möglichkeit, sich über Anlaufstellen und Hilfen in der Region kundig zu machen", erklärt Andreas Heinz. Er bietet am Montag, 23. September, von 19 bis 21.30 Uhr, im St. Ingberter Caritaszentrum eine spannende Veranstaltung an: "Das Passwort des Lebens finden". Es ist ein Experiment, denn Menschen haben unterschiedliche Gewichtungen in ihrem Leben - was dem einen viel bedeutet, ist für den anderen weniger wichtig.

Es komme, so Heinz, der lange als Therapeut gearbeitet hat, vor allem darauf an, dass jeder für sich dieses "Passwort" finden möge, das ihm, wie bei einem Computer, den Zugang zu den Dingen öffne, die ihm wirklich wichtig sind.

Am Montag, 30. September, findet wieder ein Spaziergang zur Mariengrotte in Niederwürzbach statt. Er wird von der Hospiz-Fachschwester Esther Seegmüller geleitet und beginnt um 15 Uhr. Auf dem Weg wird angehalten, es wird gebetet oder an verschiedenen Stationen den eigenen Gedanken Raum gegeben. Weiter geht es am 11. Oktober um 19 Uhr mit einer Filmvorführung in der St. Ingberter Kinowerkstatt, der Film "Wie im Himmel" wird dort gezeigt, ein schwedischer Film aus dem Jahr 2004.

Es geht um einen berühmten Dirigenten, der unerkannt einen Dorfchor leitet. Während er glücklich hört, wie sein Chor auf der Bühne singt, stirbt er an einem Herzinfarkt. Am Freitag, 18. Oktober, kommt um 19 Uhr Ludwig Burgdörfer als Gast ins Homburger Siebenpfeiffer-Haus zu dem humorvollen Vortrag: "Himmelreich, Himmelsangst - was kommt, wenn wir gehen?". Am 2. November findet um 18.30 Uhr in der katholischen Kirche in Jägersburg ein ökumenischer Gottesdienst satt, bei dem die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Hospiz-Dienstes beteiligt sind. Man kann sie bei dieser Gelegenheit auch persönlich ansprechen, wenn man Rat und Hilfe braucht.

Am 4. November ist Bastelnachmittag, die Künstlerin und Sozialpädagogin Mechthild Bastian-Bayer zeigt in der Kreativwerkstatt in der Mainzer Straße 6 in Homburg zwischen 18 und 21 Uhr den Teilnehmerinnen, wie man aus Filz leichte und zarte Feen und Engel herstellt, kleine Wunderwerke für Weihnachten oder als Trostspender für jeden Tag.

Den Schluss der Hospiz-Tage bildet wie immer eine Premiere des Homburger Frauenkabaretts in der Bliesgau-Festhalle, diesmal am 15. November mit dem neuen Programm "Die Bedenken sind frei". Die Hospiztage gehen mit einer großen Gesprächsrunde am 21. November um 19 Uhr in der Homburger Jugendherberge zu Ende. Es geht darum, im ganzen Saarland Schwerstkranken und ihren Angehörigen eine optimale Versorgung beziehungsweise Betreuung und Trauerbegleitung zu ermöglichen. Mit dabei sind auch Vertreter des St. Jakobus Hospizes mit Sitz in Saarbrücken.

Veranstalter der Hospiztage sind der Ökumenische Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst Saarpfalz, die Kath. Erwachsenenbildung Saarpfalz, der Hospizverein Saarpfalz, die Kreisverwaltung des Saarpfalz-Kreises und das St. Jakobushospiz. Infos und Anmeldungen beim Ökumenischen Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Saarpfalz, Mainzer Straße 6 in Homburg oder bei Gabriele John-Neumann, Tel. (0 68 41) 9 72 86 13.

Zum Thema:

Auf einen BlickMontag, 23. September: "Das Passwort des Lebens finden" , 19 bis 21.30 Uhr, Caritaszentrum St. Ingbert, Kaiserstraße 63. Eine Anmeldung unter Tel. (0 68 41) 9 72 86 13 ist erforderlich.Montag, 30. September, Impulsspaziergang zur Mariengrotte nach Niederwürzbach, Beginn um 15 Uhr in Niederwürzbach. Anmeldung und Infos unter Tel. (0 68 41) 9 72 86 15 erforderlich. Freitag, 11. Oktober, 19 Uhr, Filmvorführung "Wie im Himmel" in der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49. Eintritt: fünf Euro. Freitag, 18. Oktober, Vortrag von Ludwig Burgdörfer "Himmelreich, Himmelsangst - was kommt, wenn wir gehen?", 19 Uhr, im Siebenpfeifferhaus in Homburg, Eintritt frei, Einlass ab 18.30 Uhr.Samstag, 2. November, katholische Kirche in Jägersburg, 18.30 Uhr, Ökumenischer Gottesdienst.Montag, 4. November, 18 bis 21 Uhr, Basteln von Engeln oder Feen aus Filzwolle mit Mechthild Bastian-Bayer in der Mainzer Straße 6 in Homburg. Freitag, 15. und Samstag 16. November, jeweils um 19.30 Uhr Vorstellungen des Homburger Frauenkabaretts "Die Bedenken sind frei" in der Bliesgau-Festhalle in Blieskastel; Eintritt 16 Euro. Donnerstag, 21. November, um 19 Uhr in der Jugendherberge Homburg findet eine große Abschluss-Gesprächsrunde unter anderem mit Sozialdezernentin Ulrike Zawar, dem Chefarzt des Palliativzentrums der Uniklinik, PD Dr. Sven Gottschling, und dem Schmerztherapeuten Dr. Wolfgang Kuntz statt. red