Den Teamgeist der Schüler stärken

Damit Grundschüler nach dem Wechsel zur weiterführenden Schule schneller eine neue Gemeinschaft werden, führt das Leibniz-Gymnasium St. Ingbert für alle fünften Klassen das Sozialtraining „Balance“ durch. Daran knüpft das Projekt „Abenteuer Kooperative“ an.

Wenn aus Viertklässlern nach den Sommerferien plötzlich Fünftklässler geworden sind, bedeutet das in der Regel viele Veränderungen: ein neuer Schulweg, ein neues Schulgebäude, neue Lehrer und neue Mitschüler. Das kann unter Umständen ganz schön verwirrend sein und es macht dem einen oder anderen vielleicht auch ein bisschen Angst. Vor allem die Frage, ob man mit den neuen Mitschülern gut zurechtkommt, bewegt die kleinen Gemüter. Um diese Ängste zu nehmen und es den ehemaligen Schülern aus vielen verschiedenen Grundschulen leichter zu machen, eine neue Gemeinschaft zu werden, führt das Leibniz-Gymnasium St. Ingbert schon seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt Saarpfalz für alle fünften Klassen das Sozialtraining "Balance" durch. Gemeinsam mit dem Klassenlehrer und einer Trainerin der Awo üben die Schüler soziale Kompetenzen wie beispielsweise Konfliktfähigkeit und den gewaltfreien Umgang miteinander und lernen sich dabei richtig gut kennen. In der Klassenstufe sechs folgt dann der nächste Schritt.

In dem Projekt "Abenteuer Kooperative" soll die Gemeinschaft der Gruppe und die Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen gestärkt werden. Hier stehen handlungsorientierte, kooperative Methoden im Vordergrund. Es geht also darum, ein richtig gutes Team zu werden. Einen Tag lang erfahren die Schüler in spielerischer Form, dass manche Ziele nur in Kooperation mit anderen zu erreichen sind.

So hat die jetzige Klasse 6 b des Leibniz-Gymnasiums während des Trainings gemerkt, dass es beim "Schrubber-Spiel" vor allem darauf ankommt, dass man sich zu Beginn gemeinsam überlegt, wie man am besten vorgeht, dass es von Vorteil ist, wenn man sich gegenseitig hilft und dass es auch hilfreich ist, wenn man während des Planungsprozesses gut zuhört. Die einzelnen Spieler der in zwei Mannschaften aufgeteilten Klasse mussten nämlich zunächst Gummihandschuhe anziehen, dann einen Schrubber ergreifen und mit diesem im wahrsten Sinne des Wortes durch die Turnhalle "fegen", dabei einen Putzlappen erobern und diesen bis in die Reihen der gegnerischen Mannschaft bugsieren, die dies natürlich mit allen Mitteln verhindern wollte.

Klassenlehrer Stefan Frisch und Awo-Trainerin Nicole Grandpair hatten ihrerseits im anschließenden Abschlussgespräch keine Schwierigkeiten, den Sinn dieses Spieles zu erklären, denn alle Beteiligten hatten erlebt, dass derjenige Mitschüler früher mit dem Schrubber starten konnte, dem die anderen vorher geholfen hatten. Es ist nämlich manchmal gar nicht so einfach, ein Paar widerspenstige Gummihandschuhe anzuziehen.