Dorfverein Wittersheim veranstaltete ein Herbstfest

Herbstfest in Witersheim : Trockener Platz im Zelt für die Rummelbooze

Der Dorfverein Wittersheim hatte wieder ein Herbstfest in die Erfweiler Straße organisiert. Große Atrraktion war das Rummelbooze-Schnitzen.

Samstagnachmittag
kurz nach 15 Uhr. Im Ortskern von Wittersheim herrscht in der gesperrten Erfweiler Straße ein wenig Betrieb. Zum dritten Mal findet dort das Herbstfest des Dorfvereins Wittersheim statt. Hatte sich Wendelin Lonsdorf noch zu Wochenanfang angesichts der positiven Wetterprognose gegenüber unserer Zeitung mehr als optimistisch geäußert, war der SPD-Ortsvorsteher nun etwas zurückhaltender. Dunkle Wolken waren zu Beginn aufgezogen. Wenige Minuten später musste auch wegen des leichten Regens das Rummelbooze-Schnitzen in das kleine Zelt vor dem alten Feuerwehrhäuschen verlegt werden.

Rund 50 der Zuckerrücken habe man bestellt. 38 Kinder hatten sich angemeldet, berichtete Lonsdorf. „Passt mit dem Messer auf!“, hatte er gerade den Kindern zugerufen. Kurze Zeit später, stellt sich heraus, dass ein Junge das offenbar nicht gehört hat. Bluten tat die Schnittwunde zum Glück nicht. Aber, sicher ist sicher und so sucht der Ortsvorsteher den Verbandskasten und „verarztet“ den Kleinen. Auch das ist eine Art von Prävention, damit die anderen Kinder vorsichtig sind.

Mandy Schneider, die das Schnitzen der Rummelbooze leitet, hat trotz des Wetters genügend zu tun. Sie muss ihre wachen Augen überall haben. Die Rüben habe man laut Lonsdorf, wie bereits im letzten Jahr, in der Pfalz geordert. Dort habe man, nachdem 2018 wegen des Wetters Mangelware herrschte, einen Bauer als Lieferanten gewonnen, so der Ortsvorsteher. Der Landwirt habe sogar extra ein Feld angelegt und, wegen des dort vorhandenen Sandbodens, mehr gewässert als sonst. Im Unterschied zum letzten Jahr haben die Organisatoren dieses Mal auf das Drachenbasteln verzichtet. Dafür gab es Tee- und Windlichter sowie Kastanien, mit denen die Kinder basteln konnten. Somit blieb das Angebot herbstlich. Ein Wehrmutstropfen waren die Äpfel: „Es gibt keine Äpfel dieses Jahr“, bedauerte Wendelin Lonsdorf. Der Grund sei der Frost im Frühjahr gewesen. Die Sorte Oldenburger, kleine Äpfel, die nur bedingt zum Verzehr geeignet sind, wäre vorherrschend, so der Ortsvorsteher.

Deshalb stand in der kurzen Zeit, als es nicht regnete, an der Obstpresse niemand Schlange. Doch der Stimmung an den Flammkuchenöfen – mit Pilzen und/oder Käse – und beim weißen sowie roten Federweißer, tat dies keinen Abbruch. Indirekt war das Fest auch eine Art Einweihung „des ersten Bauabschnittes“ des renovierten Alten Feuerwehrhäuschens. Dach und Außenanstrich des betagten, kleinen Gebäudes habe der Dorfverein in Eigenleistung seit August erneuert, berichtete der Ortsvorsteher stolz. Auch die maroden Fenster wurden erneuert. Ferner wurde das Kalksteinpflaster seitlich des Gebäudes wieder in Form gebracht.

Zwanzig Prozent der Kosten trug der Dorfverwein Wittersheim, der Rest war eine Förderung der Lokalen Aktionsgruppe Biosphärenreservat Bliesgau e. V. Nicht zu vergessen sei zudem der hohe Eigenanteil durch das Ehrenamt. Der zweite Teil der Baumaßnahme wird zeitnah folgen, denn bis Ende November sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Doch zuerst wurde, trotz des Regens, der später aufhörte, kräftig gefeiert.

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