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Aktivitäten am Mandelbach bei Habkirchen

Die Angelsportler in Mandelbachtal werden aktiv : Fürs Gewässer gibt es noch viel zu tun

Der Weltwassertag, der an diesem Sonntag ansteht, sorgt für Aktivitäten am Mandelbach bei Habkirchen.

Überall auf dem Globus wird am Sonntag (22. März) der Weltwassertag, ausgerufen von den Vereinten Nationen, begangen. Diesmal steht er unter dem Motto „Wasser und Klimawandel“. Das ist auch die Gelegenheit für den Angelsportvereins Habkirchen und die Fischereigenossenschaft, auf die derzeit unbefriedigende Wasserqualität des Mandelbachs hinzuweisen.

Michael Lauer, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Mandelbachtal und 15 Jahre Vorsitzender des Angelsportvereins Habkirchen, den er aktuell in den Fragen zum Mandelbach und der Gewässer-Ökologie berät, erinnerte an die schon verschiedentlich stattgefundenen Informationsveranstaltungen, bei denen auf den Missstand hingewiesen worden sei. Insbesondere sei es dringend erforderlich, Habkirchen und Bebelsheim an das Kanalnetz und die zugehörigen Kläranlagen anzuschließen. Verbunden damit sei es auch notwendig, die Altanlagen in Aßweiler und Erfweiler-Ehlingen zu erneuern (Bericht zur Anlage Erfweiler-Ehlingen folgt). Zwar existieren danach weiterhin noch kleinere Direkteinleiter sowie diffuse Nährstoffeinträge, beispielsweise aus der Landwirtschaft und einzelnen Haushalten, doch werde die Wasserqualität im rund 13,4 Kilometer langen Gewässer mit dem Anschluss der Orte an die Klärwerke signifikant angehoben. „Um den Mandelbach aber in seinen natürlichen Zustand als typischer Mittelgebirgsbach mit einer sich reproduzierenden Bachforellen-Population zu entwickeln, bedarf es weiterer Anstrengungen, die in den nächsten Jahren angegangen werden müssen“, so Lauer weiter. Hierzu müssten vor allem ein geeignetes Laichsubstrat für Referenzarten erfasst und wieder hergestellt werden. Damit könnten Bachforelle, Mühlkoppe oder das Bachneunauge als Vertreter der oberen Forellen-Region wieder laichen, wie auch Elritze und Bachschmerle als typische Arten der unteren Forellen-Region. Zudem sollte sich auch die Äsche im Mandelbach wieder heimisch fühlen können.

Daneben müsse insbesondere im Bereich der Mündungen der Seitenbäche die Strukturvielfalt gesteigert werden. Damit lasse sich die Biodiversität und Artenvielfalt nicht nur bei den Fischen generell erhöhen. Lauer kündigte an, dass bei einer Bachbegehung von den Fischereigenossen in nächster Zeit sowohl die in Frage kommenden Laichgründe, als auch die Gewässerstruktur erfasst werden. Daraus folge, dass in idealer Weise mit Unterstützung der Gemeindeverwaltung, dem Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz, sowie der Biosphärenverwaltung konkrete Maßnahmen zur Gewässer-Entwicklung umgesetzt werden könnten.

Ein weiteres Projekt harrt der Umsetzung: die Fischaufstiegsbauanlage in der Blies bei Habkirchen und Frauenberg. Die „Fischtreppe“ soll am bisher von den Wassertieren schier unüberwindlichen 130 Meter langen, auf französischer Seite des Flusses liegenden Wehr wieder biologische passierbar und durchgängig werden. Die Planung sei abgeschlossen, zumal schon vor drei Jahren Umweltstaatssekretär Roland Krämer eine 50-prozentige, mit 58 600 Euro bezifferte Förderung zugesagt und den entsprechenden Bescheid an den Betreiber der SCI Hydro Lorraine übergeben hatte. Das Unternehmen betreibt in Frauenberg eine Wasserkraftanlage und ist damit auf das Wehr angewiesen. Wie Lauer mitteilte, müssten bis Ende dieses Jahres die Fördermittel abgerufen und damit der Verfall der Gelder verhindert werden.